Digital-Umsatz der Verlage steigt rasant

Publishing Von wegen Medienkrise: Seit 2001 sorgte das digitalen Wachstum bei den meisten Kreativ-Branchen für ein Umsatzwachstum von jährlich zwei Prozent. Mittlerweile kommt die Buch-, Kino & TV-, Gaming-, Musik- und Presse-Wirtschaft europaweit auf einen Gesamtvolumen von fast 200 Milliarden Euro. Das ermittelte eine im Auftrag von Google durchgeführte Studie von booz&co. Im Europa-Vergleich schneidet Deutschland allerdings fast immer schlechter ab, als der Durchschnitt. Die Ergebnisse im Überblick:

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Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass sich die Erlösquellen seit 2001 verlagert hätten. Das heutige Wachstum im Kreativsektor sei digital. Je nach Industrie stagnieren oder schrumpfen die nicht-digitalen Geschäfte. Die Studie vergleicht die Veränderungen in den Branchen zwischen den Jahren 2001 und 2011:

•    Veränderte Konsum-Strukturen: Insgesamt sind die Ausgaben der Kunden im digitalen Kreativsektor in Deutschland um 15 Prozent gegenüber dem Jahr 2001 gewachsen, in Europa sogar um 25 Prozent.

•    Mit dem digitalen Wachstum konnten die Erlöse der Branchen Buch, Kino & TV, Gaming, Musik und Presseverlage seit 2001 auf fast 200 Milliarden Euro zulegen. Das macht ein jährliches Wachstum von zwei Prozent. In Deutschland ist die Wachstumsrate allerdings stagniert (Umsatz: 40,2 Milliarden Euro).
•   Europaweit kletterten die Umsätze im Digital-Geschäft sogar um 11 Prozent pro Jahr, auf rund 50 Milliarden Euro.

•    Im Durchschnitt verbringen die Europäer heute über vier Stunden pro Tag mit der Nutzung von Medien. Davon entfallen gut zwei Stunden auf TV sowie 0,7 Stunden auf Zeitungen und Zeitschriften. Das Internet kommt auf über 1,3 Stunden, mehr als doppelt so viel als vor sieben Jahren. Die Deutschen surfen im Schnitt 1,1 Stunden am Tag im Netz. Parallel hat sich auch die Monetarisierung von Inhalten im Internet deutlich verbessert.

•    Im Durchschnitt geben Europas Verbraucher heute pro Stunde Medienkonsum online über 4 Cent aus. Das entspricht einem Anstieg von fast 140 Prozent seit 2003. Zum Vergleich: für Film- und TV-Inhalte werden pro Stunde im Durchschnitt 17 Cent, für Druckerzeugnisse rund 23 Cent ausgegeben.

•    Jobs im Kreativsektor: Während in anderen Ländern die Anzahl der Anstellungen im Kreativsektor gestiegen ist, hat Deutschland von 2003-2010 um einen Prozent verloren. Im europäischen Durchschnitt ist die Anzahl der Jobs stabil geblieben (Freie Mitarbeiter nicht enthalten).

•    Die Presseverlage durchleben seit 2001 eine „herausfordernde“ Zeit. Die negative Wachstumsrate liegt bei einem Minus 1,1 Prozent pro Jahr. Alleine im Jahr 2011 erlitt die Branche einen europaweiten Umsatzverlust von rund 6,1 Milliarden Euro. Deutschland kommt auf eine negative Wachstumsrate -1,5 Prozent (Umsatzverlust 2 Mrd. Euro).

•    Aber: Der digitale Umsatz in Presseverlagen ist europaweit um 1,6 Milliarden. Euro gestiegen – in Deutschland um 400 Millionen Euro. Dennoch kann der digitale Markt die Verluste aus dem Druck nicht ausgleichen.

•    Seit 2001 sank der Gesamtumsatz (Musikaufnahmen und Konzerte) um fast drei Prozent jährlich in Europa, um vier Prozent in Deutschland

•    Verkauf von Musikaufnahmen in Europa: – 50 Prozent. Seit 2007 steigt der Verkauf digitaler Musik jährlich um 25 Prozent.

•    Aus diesem Grund wurde der Rückgang des Gesamtumsatzes aus dem Musikgeschäft im Jahr 2010 in Europa und Deutschland gestoppt, in Deutschland wuchs der Umsatz 2011 wieder um zwei Prozent.

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