So wenig verdienen (die meisten) Journalisten

Wer verdient eigentliche wieviel? Dieser Frage geht die Vereinigung Freischreiber nach und startete zu diesem Zweck den Tumblr-Blog “Was Journalisten verdienen”. Dort können freie Autoren und Texter anonym Honorar-Details ihrer Kunden veröffentlichen. Dabei fördert das Projekt durchaus Interessantes zu Tage: So gehen die Freien-Honorare im Magazin-Segement enorm auseinander: von 250 Euro für 6.000 Zeichen in der c't bis zu 1.500 Euro für 12.000 Zeichen in der P.M.

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Noch stärker gehen laut dem Blog die Zeilensätze bei Tageszeitungen auseinander. So bietet die Westfalenpost auch mit Nachverhandlungen maximal 20 Cent pro Zeile, beim Hamburger Abendblatt sind es 1,10 Euro – inklusive der Weiterverwertung in anderen Springer-Publikationen. Schlusslicht bei den Tageszeitungen ist im Blog allerdings der Schwarzwälder Bote mit 10 Cent pro Zeile. Viel mehr gibt es mit 13 Cent allerdings auch nicht im Lokalsport-Teil der Ruhr Nachrichten.
Und wie schaut es bei den Onlinern aus? Sind sie tatsächlich chronisch unterbezahlt? Zumindest scheinen die Freien-Honorare nicht dermaßen zu schwanken, wie es bei den Tageszeitungen der Fall ist: So zahlt etwa Zeit Online 150 Euro für einen Artikel, Spiegel Online zwischen 150 und 250 Euro. Ausreißer nach oben sind die FAZ-Blogs, bei denen es angeblich 400 Euro pro Beitrag gibt – gedeckelt auf maximal 2.000 Euro. Das Schlusslicht bildet hier jetzt.de mit 55 Euro pro Artikel.
Sehr weit gehen die Honorare in der Magazinsparte auseinander. So bekommt ein ein Autor bei The Germans 200 Euro für 5.000 Zeichen, ein Freier bei der c’t etwa 250 Euro für 6.000 Zeichen. Ein Schreiber erhält für ein 6.000-Zeichen-Porträt in Cicero 500 Euro, beim Wissenschaftsmagazin P.M gibt es für 12.000 Zeichen zwischen 1.200 und 1.500 Euro.
Die Freischreiber rufen dazu auf, weiterhin Erfahrungen bei der Bezahlung journalistischer Tätigkeiten anonym hochzuladen.

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