Fords Werbe-Unfall mit Bunga-Berlusconi

Drei Frauen liegen gefesselt und geknebelt im Kofferraum eines Kleinwagens. Aus dem Fahrerraum winkt "Politclown" Silvio Berlusconi. Mit diesem Werbe-Plakat für den indischen Markt tritt Ford so richtig ins Fettnäpfchen. Denn in dem Land sorgten zuletzt Gruppen-Vergewaltigungen für Negativ-Schlagzeilen. Auf Fords Facebook-Seite entschuldigt sich das Unternehmen und beteuert: "Die Motive waren nie zur Veröffentlichung bestimmt." Ein Web-Shitstorm blieb bisher aus.

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"Sex sells" ist die ungeschriebene, goldene Regel im Marketing – für Indien gelten derzeit aber andere Regeln. Gerade hat das indische Parlament die Strafen für sexuelle Gewalttaten verschärft, nachdem es zu mehreren Vergewaltigungs-Skandalen gekommen war. Jetzt erwischt der Auto-Hersteller Ford mit einer geplanten Poster-Kampagne für einen neuen Kleinwagen den falschen Moment für provokante Werbung.
Quelle: JWT India
Berlusconi "chauffiert" seine Mädels auf dem Plakat zur nächsten Bunga-Bunga-Party. Und auch Paris Hilton und Michael Schuhmacher trifft es: Sie entführt ein paar It-Girls, und "Schumi" entsorgt die aufstrebende Konkurrenz in der Formel 1. Dass alle in den Kofferraum passen, soll wohl Werbung für die Geräumigkeit des kleinen Flitzers sein. Allerdings könnte es für Ford umso enger werden. Dass die "Mitfahrer" nämlich geknebelt und gefesselt sind (und die Frauen auch noch sehr aufreizend angezogen), stößt in der Öffentlichkeit auf Unverständnis.
Quelle: JWT India
"Peinliche Panne" schreibt Spiegel Online, und zitiert den Blog indiancarsbikes.in, auf dessen Anfrage Ford zugab: Die Kampagne sei von der beauftragten Werbeagentur, einer Tochter von JWT, sollte aber niemals veröffentlicht werden. JWT bestätigt die Kampagne und zeige sich "untröstlich". Verständlich. Denn auf der Facebook-Seite bewirbt die Agentur eine Kampagne gegen den Missbrauch von Frauen. 

Quelle: JWT India

Im Social Network ist Ford derzeit um Schadensbegrenzung bemüht. Das Unternehmen entschuldigt sich bei jedem User einzeln, der an die Pinnwand des Autoherstellers schreibt. "Wir teilen Deine Meinung. Das hätte niemals passieren dürfen", besänftigt man die Kritiker. Ein richtiger Shitstorm blieb bisher aus.
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