FAZ schrumpft FR-Auflage um 37.500 Stück

Der Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung dampft die Auflage der Frankfurter Rundschau ein. Aktuell liegt die verkaufte Auflage der Traditionsmarke noch bei gut 107.500 Exemplaren. Künftig soll nur noch die hart verkaufte Auflage aus Abos und Kioskverkäufen gezählt werden, das wären dann rund 70.000 Exemplare. Das kündigt FAZ-Geschäftsführer Tobias Trevisan in einem Interview mit der W&V an. Demnach würde die Auflage um etwa 37.500 Exemplare reduziert.

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Die FAZ hatte Ende Februar die insolvente Frankfurter Rundschau übernommen. Seit dem 1. März erscheint die Zeitung in einer eigenen Verlags- und Redaktionsgesellschaft, der Frankfurter Rundschau GmbH. Die Frankfurter Societät GmbH (gibt u.a. die Frankfurter Neue Presse heraus) hält den Großteil der Anteile an der Gesellschaft und ist für den operativen Betrieb verantwortlich. Die Stammredaktion besteht nur noch aus 28 Redakteuren. Die Zeitung soll sich verstärkt aufs Regionale und Lokale konzentrieren: "Zeitungen müssen sich am Markt durch ihre Eigenständigkeit beweisen. Wir glauben nicht, dass Redaktionspools dabei hilfreich wären", so Trevisan.
Er kündigt im Werben & Verkaufen-Interview an, 11.000 sonstige Verkäufe sowie Bordverkäufe bei der Frankfurter Rundschau zu streichen. In Zukunft solle nur noch die harte Auflagen aus Abonnement- und Kioskverkäufen ausgewiesen werden – und die liegt bei rund 70.000 Exemplaren. Einen ähnlichen Schritt will der Geschäftsführer auch bei der FAZ vollziehen. Noch in diese Jahr sollen 15.000 sonstige Verkäufe aus der Auflage herausgenommen werden.  "In einer Zeit, wo uns die Werbewirtschaft im Internet jeden Banner-Click unter die Nase hält, nimmt man uns intransparente Auflage- und Reichweitenwerte nicht ab", sagt Trevisan. 
Intransparente Auflagezahlen würden längst von der Werbebranche durchschaut: "Wir müssen jetzt zurück zu den Wurzeln unseres Geschäftsmodells", so Trevisan in der Werben & Verkaufen. Diese Überzeugung teile auch die "Quality Alliance", der neben der FAZ auch die Süddeutsche Zeitung, die Zeit und das Handelsblatt angehören. Die Branchen-Vereinigung wirbt gemeinsam um Anzeigekunden für ihre Produkte.

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