Buzzfeed macht Wirtschaftspresse Konkurrenz

Wie vertragen sich Videos süßer Kätzchen und Wackelbilder tolpatschiger Kinder mit knallharter Wirtschaftsberichterstattung? Für Buzzfeed scheint die Antwort auf diese Frage recht simpel: Wir machen’s einfach! Wie das Wall Street Journal berichtet, bereitet die beliebte US-Webseite den Launch eines Business-Ressorts vor - und zielt damit auf das Job-Netzwerk LinkedIn ab. Dafür holt man sich kompetente Unterstützung von Thomson Reuters, die einen Einblick in die Content-Strategie der Seite gibt.

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Peter Lauria wird das neugeschaffene Ressort übernehmen. Er wechselt von Thomson Reuters, wo er sich als verantwortlicher Redakteur um Themen wie US-Technologie, Medien und Telekommunikation kümmerte. Damit würde der bestens vernetzte Journalist bei Buzzfeed nahtlos an das vor Kurzem gestartete Technik-Ressort anknüpfen und dennoch der starken Orientierung an Medienthemen treu bleiben. Dass Lauria kein Blatt vor den Mund nimmt, brachte ihm nicht nur Freunde ein. Blockbuster-Produzent Harvey Weinstein ("Django Unchained", "The King’s Speech", "The Artist") erklärte in einem Interview, Lauria sei eine große Inspiration für "Inglorious Basterds" gewesen. "Wir haben an all die Bastarde gedacht, die wir kennen. Und Lauria war die klare Nummer eins."
Buzzfeed-Chefredakteur Ben Smith, Mitgründer der Huffington Post, hat dabei nur zwei Vorgaben an sein Portal: Entweder ist es unterhaltsam oder exklusiv. Man hätte erkannt, dass Menschen häufig Inhalte mit Wirtschaftsbezug in den Social Networks diskutieren und miteinander teilen würden. Während Breaking News vor allem bei Twitter weitergegeben würden, funktionierten Business-Geschichten besonders gut bei LinkedIn. “Jeder sieht es als einen Platz für seinen Lebenslauf, dabei nutzen Tausende es als soziale Plattform”, so Smith.
Das Business-Netzwerk bestätigt, dass in der Vergangenheit immer wieder Buzzfeed-Geschichten für Trafficzuwächse verantwortlich waren. Das Portal selbst verstärkte vor einiger Zeit seine Contentstrategie, um die Nutzungsdauer zu erhöhen und User stärker an die Seite zu binden.
Mit dem Engagement von Lauria hat Smith laut dem Wall Street Journal große Pläne. Beide machten früher bei New Yorker Zeitungen Karriere. Für den Buzzfeed-Chef ist das schnelllebige Tabloid-Business die ideale Voraussetzung für den Aufbau eines Wirtschaftsressorts auf dem Portal, das mit einem Mix aus Humorigen und langen Lesestücken mittlerweile auf 40 Millionen Unique Visitors pro Monat kommt. Wer zweifelt, ob die Redaktion über die nötigen Ressourcen verfügt: Nach einer erneuten Finanzspritze baut Buzzfeed neue Dependancen in London und Los Angeles auf, die in Kürze eröffnen sollen. Damit verfügt die Seite dann insgesamt über 225 Mitarbeiter.

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