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Google will mit Notizen und Chat punkten

Nach dem Frühjahrs-Putz kommen neue Produkte ins Haus – so auch bei Google. Mit "Keep" startet das Unternehmen einen Notizen-Dienst als Web-Anwendung und Android-App. Mit "Babble" soll ein zentrales Chat-Tool folgen, dass die verstreuten Messaging-Dienste von Google bündelt. Ob die Services die aufgrund des Aus für den Google-Reader enttäuschten Nutzer befriedigen werden, darf jedoch bezweifelt werden.

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"Keep" heißt der Notizen-Dienst den Google am Mittwoch offiziell vorstellte. Bereits in der Vergangenheit war über den Start des Tools spekuliert worden: Existenz, Name und Logo waren bereits an die Öffentlichkeit gelang, weil Teile des Dienstes gelegentlich zugänglich waren.
Nun kann jeder ganz offiziell einen Blick auf das neue Produkt werfen, das in bekannter Google-Manier kostenlos angeboten wird. Mit "Keep" können, vereinfacht gesagt, digitale Notizzettel verfasst werden. Das ist so wenig neu wie spektakulär. Kleine Erinnerungen, Listen und auch Fotos können über eine Web-Anwendung, die derzeit nur über die Domain drive.google.com/keep/ zu erreichen ist, in Kürze jedoch fest bei Google Drive eingefügt werden soll, hinzugefügt werden. Und es gibt eine App für Android Smartphones und Tablets. Diese müssen jedoch mindestens über Android 4.0 verfügen.
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Einmal angelegte Notizen lassen sich sowohl löschen als auch archivieren. Die "Zettel" können zudem in verschiedenen Farben angelegt werden, so dass Nutzer beispielsweise Privates von Beruflichen farblich abgrenzen können. In Listen kann man zudem einzelne Punkte durchstreichen. Ein Fälligkeits-Datum kann für Notizen und Listen derzeit aber noch nicht angegeben werden. 
App bietet mehr Funktionen als Desktop-Variante
Die Web-Anwendung verfügt über zwei verschiedene Ansichten: einmal das Listen-Format und einmal das Notizzettel-Format. Hier lassen sich derzeit jedoch Notizen nicht verschieben, sondern werden chronologisch angeordnet. In der App ist das anders, hier kann man nach Belieben die digitale Kühlschrankwand bestücken. Die App bietet zudem eine Diktierfunktion, mit der man Notizen einsprechen kann.
Gerade für Smartphones ist eine Notizen-App keine neue Erfindung. Google will jedoch damit punkten, dass sich die Notizen auf unterschiedlichen Geräten automatisch aktualisieren. Wer seine Einkaufsliste auf dem PC erstellt, kann sie im Supermarkt auf dem Smartphone abhaken und bemerken, dass die Familie daheim noch ein paar Punkte ergänzt hat. Auch das ist keine bahnbrechende Neuerung, könnte in der Praxis aber dennoch eine nützliche Ergänzung darstellen. 
Dennoch werden bereits kritisch Stimmen laut. Nicht zuletzt das angekündigte Aus für den Google Reader hat dem US-Giganten den Ruf verliehen, Produkte schnell auch wieder einzustampfen. Das könnte für "Keep" eine Belastung werden und für einige Nutzer ein Grund sein, nicht von anderen Diensten zu wechseln. Andererseits: Die Abhängigkeit von einem Notizendienst dürfte geringer sein, als die von einem RSS-Reader oder sozialem Netzwerk. 
"Babble" soll Messaging vereinen 
Mit dem Projekt "Babble" steht bei Google eine weitere Webanwendung in den Startlöchern. Es soll laut Geek.com die verschiedenen Chat-Dienste von Google bündeln. Derzeit gibt es zum Beispiel eine Chat-Funktion für das gemeinschaftliche Arbeiten bei Google Drive, einen Chatmodus in Google+, Google Talk, den Google Messanger und weitere verwandte Dienste. 
Das Problem: Diese Dienste richten sich zum Teil an unterschiedliche Nutzerkreise. Die Verbindungen bei Google+ etwa sind nicht zwingend die Menschen, mit denen man gemeinsam an einem Dokument arbeitet. Laut Geek.com wird "Babble" auch deshalb als von Grund auf neu erstellte Anwendung umgesetzt. Vermutlich werde dafür eine geschlossene Plattform erstellt. "Babble" könnte Googles Antwort auf iMessage und den Blackberry Messanger sein und auch Diensten wie WhatsApp oder Joyn starke Konkurrenz machen.
Ein Veröffentlichungstermin für "Babble" steht offiziell noch nicht fest. Nach dem "Aufräumen", dem unter anderen der Google Reader zum Opfer fiel, sieht es so aus, als beginne nun das Aufbauen.

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