Anzeige

Auto-Magazine auf dem Weg nach unten

Ein Print-Segment in der Krise: Gehörten die Autozeitschriften jahrelang zu den größten Umsatzbringern unter den Magazinen, verlieren sie seit einigen Jahren massiv an Zuspruch. Interessant: Recht glimpflich kommen Old- und Youngtimer-Magazine davon. Im Einzelverkauf an Kiosk sind Auto Bild klassik und Oldtimer Markt schon an auto motor und sport vorbei gezogen und finden sich hinter dem Marktführer Auto Bild auf den Rängen 2 und 3. Die Auto Bild belegt mit ihren Ablegern inzwischen vier Top-Ten-Plätze.

Anzeige
Anzeige

Auffällig auf den ersten Blick: Nur eins der Top-15-Automagazine mit den meisten Kiosk-Verkäufen konnte in den vergangenen fünf Jahren zulegen: "Automobiles – Träume wagen", das sich um US-Cars, Old- und Youngtimer kümmert und sich um satte 31,0% steigerte. Zu jung für einen 5-Jahres-Vergleich sind die Zahlen von Auto Bild klassik und Auto Classic – hier liegen aus dem vierten Quartal 2007 noch keine Zahlen vor. Mit einem Minus von 10,0% glimpflich davon gekommen ist der Oldtimer Markt.

Die Zahlen zeigen: Das Teilsegment der Old- und Youngtimer-Magazine wurde in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Neue Titel kamen hinzu, einer gewann Käufer und ein anderer verlor deutlich unterdurchschnittlich. Auto Bild klassik und Oldtimer Markt belegen im Kiosk-Ranking die Ränge 2 und 3, Oldtimer Praxis den fünften Platz. Die Magazine laufen den herkömmlichen Autozeitschriften damit immer mehr den Rang ab.

Erweitern wir unsere Betrachtung um die Abos und werfen einen Blick auf die beiden wichtigsten IVW-Kategorien Abo und Einzelverkauf, so verteidigt auto motor und sport weiter souverän seinen zweiten Platz. Dank der 168.603 Abonnenten kommt das Magazin hier auf eine Auflage von 250.4546. Doch auch bei den Abos hat auto motor und sport in den vergangenen fünf Jahren kräftig verloren: Im vierten Quartal 2007 besaß man noch fast 70.000 Abonnenten mehr. Ein extremes Minus.

Ohnehin ist auffällig, wie sehr vor allem die Automagazine, die sich um neue Modelle, den Autokauf und Tests kümmern, Federn lassen mussten. So büßte auto motor und sport 29,4% der harten Auflage ein, Auto Test 28,8%, Auto Straßenverkehr 22,0% und die Auto-Zeitung 17,5%. Die Gründe für diesen Niedergang sind vielfältig, die wichtigsten drei dürften diese sein:

Anzeige

1. Das Interesse an Neuwagen nimmt ab
Mit Ausnahme des Abwrackprämien-Jahrs 2009 schwanken die Neuzulassungs-Zahlen in Deutschland seit 2007 zwischen 2,9 Mio. und 3,2 Mio. Stück. Das sind die schwächsten Autoverkaufszahlen seit der Wiedervereinigung. Die Deutschen kaufen derzeit also viel weniger neue Autos als früher, dementsprechend sinkt auch das Interesse an Tests und News über Neuwagen.

2. Die ADAC-Motorwelt verzeichnet stabile Zahlen
Ein Faktor für die rückläufigen Zahlen der Kiosk-Titel dürfte auch die ADAC Motorwelt sein. Mit 13,70 Mio. Exemplaren, die pro Monat an Mitglieder verschickt werden, ist die Auflage in den vergangenen fünf Jahren nur leicht – um 0,9% – gesunken. Den meisten Auto-Interessierten reichen die Infos aus der Motorwelt, das Geld für weitere Magazine wird nicht mehr ausgegeben.

3. Das Internet
Natürlich. Wie in fast jedem Print-Segment spielt auch das Web eine Rolle bei den Auflagenrückgängen. Wer sich derzeit einen Neuwagen kaufen will, findet im Internet nicht nur die besten Preise, sondern auch ausführliche Informationen über alle verfügbaren Modelle. Der ADAC bietet eine große Test-Datenbank, Seiten wie autoplenum.de sammeln Tests aus allen erdenklichen Quellen und nicht zuletzt sind auch Auto Bild und auto motor und sport im Netz längst Giganten geworden – mit derzeit jeweils mehr als 8 Mio. Visits pro Monat.

Interessant ist die Entwicklung der Auto-Bild-Gruppe. Zwar hat auch das Flaggschiff Auto Bild in den vergangenen fünf Jahren 15,4% der harten Auflage eingebüßt, entwickelte sich damit aber besser als auto motor und sport & Co. Und: Mit zahlreichen Ablegern fängt man die Verluste auf. So ist die erwähnte Auto Bild klassik auf Anhieb die Nummer 2 im Oldtimer-Segment geworden – am Kiosk sogar die Nummer 1-, Auto Bild allrad und Auto Bild sportscars entwickeln sich mit Verlusten von 4,2% und 6,0% deutlich positiver als der Markt. Die Strategie, jeder Teil-Zielgruppe ein Magazin zu bieten, zahlt sich offenbar aus.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*