Apple-Blogger attackiert Adobe-Neuzugang

Kritisch beäugterPersonalwechsel in der Techbranche: Kevin Lynch, langjähriger CTO bei Adobe, heuert im April bei Apple an. Dort wird er an Bob Mansfield berichten, den Vizepräsidenten von Apples Technologiesparte. In der Blogosphäre löste der Wechsel heftige Reaktionen aus: Starblogger John Gruber ("Daring Fireball") bezeichnete Lynch als "Trottel und Fehlbesetzung". Die Feindseligkeit kommt nicht von ungefähr: Der langjährige Adobe-CTO zog als Flash-Gralshüter leidenschaftlich gegen das iPhone zu Felde...

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Kritisch beäugterPersonalwechsel in der Techbranche: Kevin Lynch, langjähriger CTO bei Adobe, heuert im April bei Apple an. Dort wird er an Bob Mansfield berichten, den Vizepräsidenten von Apples Technologiesparte. In der Blogosphäre löste der Wechsel heftige Reaktionen aus:  Starblogger John Gruber ("Daring Fireball") bezeichnete Lynch als "Trottel und Fehlbesetzung". Die Feindseligkeit kommt nicht von ungefähr: Der langjährige Adobe-CTO zog als Flash-Gralshüter leidenschaftlich gegen das iPhone zu Felde…

Steve Jobs würde sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen. Legendäre Kämpfe hat sich der Apple-Gründer mit dem Software-Anbieter Adobe geliefert, als es darum ging, dessen weitverbreitete Plattform Flash von iPhone und iPad fernzuhalten. Stattdessen setzte Jobs auf HTML5 – und gewann. Flash, das Adobe nach Übernahme von Macromedia als Multimediastandard zu etablieren versuchte, spielt heute bei der Darstellung von Videos und Vektorgrafiken auf iOS oder Android keine Rolle mehr.      

Wohl aber das, was von den Glaubenskämpfen zwischen Apple und Adobe bis heute geblieben ist. Nicht nur Jobs ließ keine Gelegenheit aus, Flash als Technologie der Vergangenheit zu brandmarken,  auch Adobe schoss zurück – namentlich in Person von CTO Kevin Lynch. Der nahm sich das iPhone 2009 in einem Video höchstpersönlich vor und machte öffentlichkeitswirksam deutlich, dass das Apple-Smartphone neben dem Drehscheibentelefon das einzige Telefon sei, dass Flash nicht unterstütze. Was man daher am besten mit dem iPhone anstelle? Es in die Luft sprengen.

John Gruber: Lynch ist "ein Trottel und eine Fehlbesetzung"

Auch wenn das Video mehr als drei Jahre alt ist: Die Arroganz, mit der Lynch das iPhone vorführte, haben Apple-Anbeter nicht vergessen. Stunden, nachdem die Personalie über die üblichen Techblogs lief und Adobe schließlich den Wechsel verkündete, knöpft sich Apple-Alphablogger John Gruber den streitbaren Neuzugang in Cupertino vor.

Und wie: "Lynch ist ein Trottel und eine Fehlbesetzung", sagt der Apple-Insifer über den nun zweitwichtigsten Mann der Technologiesparte des wertvollsten Konzerns der Welt, "Ich habe ein ganz schlechtes Gefühl dabei", bloggt Gruber auf Daring Fireball.

Lynch könnte zum Technik-Chef aufsteigen

Dieses "schlechte Gefühl" kommt nicht zuletzt daher, dass Apple mit der Verpflichtung offenlegt, personell nicht optimal aufgestellt zu sein. Lynch gilt auch als Experte von Cloud-Diensten, bei denen Apple mit dem Launch von iCloud bislang bestenfalls lauwarme Kritiken erhielt.

Auch wenn sich Lynch von der Position her verschlechtert, könnte sich sein Wechsel langfristig auszahlen – in Aktienoptionen, vielleicht auch mit einer baldigen Beförderung. Lynchs Vorgesetzter, Bob Mansfield, wurde im vergangenen Jahr von Tim Cook mit einem Zweijahresvertrag wieder zurückbeordert. Und Ende 2014 könnte somit ein Generationswechsel bei Apple bevorstehen.

Der Techpionier hatte allerdings zuletzt bei der Rekrutierung von externen Managern ein weniger glückliches Händchen bewiesen: Mark Papermaster von IBM scheiterte in der iPhone-Sparte genau wie John Browett als zwischenzeitlicher Chef der Apple Stores. Unterdessen verteidigte Wired-Autor Steve Levy den Wechsel: "Ruhig Blut, Fans, der Mann ist ein Star", twitterte der renommierte Tech-Journalist.

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