Timo Hildebrand verzeiht Facebook-Hasser

Die Sitten im Social-Web verrohen: Spott, Schmähungen und Hasstiraden gehören fast schon zum Alltag prominenter Fanpage-Besitzer. Erschreckenderweise hört es da nicht auf: Schalke-Torwart Timo Hildebrand las am Wochenende auf seiner Facebook-Pinnwand eine Aufforderung zum Selbstmord. Er reagierte clever: Screenshot des Pöbel-Beitrags machen und die Diskussion darüber eröffnen. Der Facebook-Hasser entschuldigte sich, Hildebrand bot sogar ein Versöhnungstreffen an. Ein Lehrstück über den souveränen Umgang mit Social Media-Hass.

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Sportler haben es auch nicht leicht. Besonders nicht im Social Web. Keine vier Wochen ist der Fall der kanadischen Tennisspielerin Rebecca Marino her, die bekannte, wegen der ständigen Attacken auf Facebook mit dem Profitennis aufgehört zu haben. "Schmor in der Hölle" oder "Stirb doch", lauteten einige der schlimmsten Messages bei den üblichen Social Media-Sites.  

Schalke-Torwart Timo Hildebrand hatte am Wochenende nach der überraschenden 0:3-Niederlage gegen Nürnberg ein ähnliches Erlebnis: "Du dummer basdart. Erschieß dich bitte. Du kanns nix", postete allen Ernstes ein "Fan" mit erheblichen orthografischen Mängeln auf Hildebrands Facebook-Fanpage.

Hildebrand erntet Zuspruch, Pöbler einen Shitstorm

Der Schalke-Torwart reagierte geschockt – dann aber als souveräner Facebook-Krisenmanager. Der 33-Jährige machte vom Kommentar einen Screenshot auf der mobilen App seines Smartphones und postete diesen mit folgender Anmerkung: "Was mich noch viel mehr schockiert hat, war dieser Post, den ich nach dem Spiel an meiner Pinnwand hatte. Das kann nicht geduldet werden. Das ist auch der Grund, weshalb ich es hier poste! Bin gespannt wie das hier diskutiert wird!"

Die Reaktionen waren einhellig: Hildebrand erntete unter den fast 4000 Kommentaren viel Zuspruch – und der Nutzer "Don Jannis" einen veritablen Shitstorm, der Wirkung zeigte. Am Montag schrieb der Nutzer einen einsichtigen Entschuldigungsbrief, den der frühere Nationalkeeper annahm.

Versöhnlicher Hildebrand: "Hätte kein Problem, mit ihm zu reden."

"Im ersten Moment war ich schockiert, doch das Ganze ist kein Drama. Er hat sicher genug Druck und Feuer bekommen", erklärte Hildebrand Bild.de. "Ich hätte kein Problem, mit ihm zu reden. Im Gegenteil – ich würde ihn dazu einladen, dann wäre die Sache erledigt. Ich will dem Jungen nichts Böses. Er weiß selbst, dass er etwas Dummes gemacht hat", wird der 33-jährige Schalke-Torwart zitiert.

Ein anderer Bundesliga-Torwart wagte sich unterdessen in ein ebenfalls beliebtes Social Network: Manuel Neuer, der bei Facebook immerhin schon 1,3 Millionen Fans zählt, ist seit gestern auch auf dem 140 Zeichen-Dienst vertreten: "Ab sofort melde ich mich auch hier auf Twitter. Heute in Frankfurt auf Kunstrasen trainiert als Vorbereitung auf Kasachstan", lautete der erste Tweet der deutschen Nummer eins.

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