Blackberry-CEO: iPhone ist Geschichte

Abteilung Attacke in Waterloo: Der angeschlagene kanadische Smartphone-Hersteller Blackberry hatte sich verbal Apple vorgeknöpft. Der deutsche CEO Thorsten Heins diktierte dem Australian Financial Review allen Ernstes, das iPhone, allen voran sein Betriebssystem iOS, wäre – "bei allem Respekt" – ein alter Hut. Die Geschichte wiederhole sich: Die Innovationen würden so schnell vorangehen, dass man schnell überholt sein könnte. Es entbehrt nicht einer gewisser Ironie, das ausgerechnet vom Blackberry-CEO zu hören...

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Abteilung Attacke in Waterloo: Der angeschlagene kanadische Smartphone-Hersteller Blackberry hat sich verbal Apple vorgeknöpft. Der deutsche CEO Thorsten Heins diktierte dem Australian Financial Review allen Ernstes, das iPhone, allen voran sein Betriebssystem iOS, wäre – "bei allem Respekt" – ein alter Hut. Die Geschichte wiederhole sich: Die Innovationen würden so schnell vorangehen, dass man schnell überholt sein könnte. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, das ausgerechnet vom Blackberry-CEO zu hören…

Vielleicht liefen die letzten Wochen einfach zu gut für Thorsten Heins. Ein nicht genannter Großkunde orderte eine Million Geräte mit dem neuen Betriebssystem Blackberry 10, das der angeschlagene kanadische Smartphone-Hersteller vor sechs Wochen enthüllt hatte.

Seitdem läuft es zumindest an der Börse wieder beim Smart-Pionier Blackberry, der bis vergangenen Monat noch Research in Motion hieß – die Aktie liegt seit Jahresbeginn um 26 Prozent vorne. Genau in die entgegensetzte Richtung tendierte dagegen der mit Samsung dominierende Anbieter der Branche – Apple ist 2013 zum Prügelknaben der Börse verkommen.

Apple-Blackberry-Rivalität legendär

Warum also nicht mal feste draufhauen, solange die Möglichkeit dazu besteht. Schließlich war da ja was: "Wir haben RIM jetzt überholt", machte Apple-Gründer Steve Jobs in der Quartalskonferenz im Oktober 2010 deutlich: "Ich glaube nicht, dass sie mit uns in der mittelfristigen Zukunft mit uns mithalten können."

Der einstige Zweikampf zwischen dem iPhone und Blackberry ist inzwischen zum Duell zwischen David und Goaliath verkommen: Im vergangenen Jahr setzte Apple 136 Millionen iPhones ab – Blackberry dagegen nicht mal 33 Millionen Smartphones. Während Apple um 47 Prozent mehr Absatz zu verzeichnen hatte, schrumpfte Blackberry um 37 Prozent.

"Die Benutzerführung auf dem iPhone ist fünf Jahre alt"

Doch für den Ex-Siemens-Manager Thorsten Heins sind das nur Zahlen aus der Vergangenheit. "Die Geschichte wiederholt sich. Die Innovationsrate in unserer Branche ist so groß, dass man, wenn man nicht in der richtigen Geschwindigkeit neue Innovationen schafft, schnell ersetzt wird", diktierte Heins der australischen Wirtschaftszeitung. Genau dieses Schicksal prophezeit der Blackberry-CEO nun Apple: "Die Benutzerführung auf dem iPhone ist, bei allem Respekt für die Innovation, die es mal war, fünf Jahre alt."

Die Zukunft sieht Heins dagegen bei seinem mobilen Betriebssystem Blackberry 10, das er etwa wegen der Multitasking-Option, mit der mehrere Apps gleichzeitig laufen, vorne sieht. Zum US-Verkaufsstart des Blackberry Z10 rechnet Heins mit 100.000 Apps von Drittanbietern.

Bei all der PR in eigener Sache ist dem deutschen Blackberry-CEO allerdings auch klar – mit diesem Release muss er liefern. "Mit Blackberry 10 sind wir auf einem Startplatz des mobilen Computing-Grand Prix, den wir gewinnen müssen", gibt sich Heins sportlich. Bleibt die Frage, ob es besser gewesen wäre, wenn das Safety Car Blackberry vor derart tollkühnen Kommunikationsmanövern ihres CEOs bewahrt hätte…

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