Anzeige

Bernd Buchholz vor Polit-Comeback

Es ist wohl jetzt schon eines der interessantesten politischen Comebacks des Jahres: Nach einer Auszeit von 17 Jahren ist Bernd Buchholz, bis vor einem Jahr noch Vorstandschef von Gruner + Jahr, zurück in der Bundespolitik. Auf dem FDP-Parteitag in Schleswig Holstein errang der ehemalige Medienmanager zur Bundestagswahl den Listenplatz zwei. Die Top-Position ging erwartungsgemäß an Wolfgang Kubicki. Damit hat Buchholz gute Chancen für die Liberalen in den Bundestag einzuziehen.

Anzeige

Im Kampf um den begehrten zweiten Listenplatz setzte sich Buchholz gegen drei weitere Kandidaten durch. Der 51-Jährige gewann im zweiten Wahlgang mit 100:97 Stimmen gegen den Bundestagsabgeordneten Sebastian Blumenthal. 

Leichter lief es dagegen für Kubicki. Der Star der Nord-FDP holte die Spitzenposition ohne Gegenkandidaten mit 190 von 200 Stimmen. Offiziell peilen die Liberalen aus Schleswig Holstein an, bis zu vier Abgeordnete nach Berlin zu entsenden. Laut Kieler Nachrichten tritt die FDP mit Buchholz und Kubicki nun mit „zwei selbstbewussten und wirtschaftlich unabhängigen Politiker“ an.

Beobachter beschrieben die Rede von Buchholz als „engagiert“. In ihr sagte er, dass er Verantwortung für eine FDP übernehmen wolle. Die Partei dürfe sich der Debatte um soziale Gerechtigkeit nicht verschließen. "Wir sind doch keine Wirtschaftsvereinigung mit einigen angehängten Extras."

Bis 1996 saß der 51-Jährige schon einmal für vier Jahren im Kieler Landtag. Der damals Anfang 30-Jährige machte im Zusammenhang mit der Aufklärung der Barschel-Affäre als Mitglied im Untersuchungsausschuss zur so genannten Schubladen-Affäre nach Eindruck von Beobachtern als "brillanter Fragensteller" einen weithin beachteten Job. Zudem wird dem Ahrensburger ein enges Vertrauensverhältnis zum Kieler Fraktionschef Wolfgang Kubicki nachgesagt, der als wichtigster Förderer in jungen Jahren gilt.

Nach seiner Demission als Vorstandchefs von Gruner + Jahr setzte sich Kubicki selbst wieder sehr aktiv dafür ein, dass Buchholz in die Politik zurückkehrt. Im September vergangenen Jahres war der Ahrensburger erst als CEO ausgeschieden, nachdem der Mehrheitseigner Bertelsmann ihm offenbar das Vertrauen entzogen hatte. Sein Vertrag wäre noch bis 2016 gelaufen. Über die Höhe der Abfindung gibt es bislang keine Klarheit; sie dürfte insgesamt allerdings im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige