Ex-G+J-Ausbilder lästert über neuen stern

"Sorry Henri Nannen, es musste sein", wirbt ein Banner am Verlagshaus von Gruner+Jahr am Hamburger Baumwall - und an vielen anderen Plakatwänden - für die Neuauflage des stern. Doch ausgerechnet der ehemalige stellvertetende Leiter der Henri-Nannen-Schule, Berndt Schramka, glaubt, es hätte besser nicht sein sollen. Von "hohles Marketing-Getöse, bis hin zu: "erschreckend viele Fehler" reicht das Fazit. Er glaubt: Henri Nannen hätte "getobt".

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In seinem Sprachkritik-Blog Deleatur zog der ehemalige Stellvertreter Wolf Schneiders schon eine Woche vor Erscheinungstermin über die Kommunikation zum Umbau des G+J-Flaggschiffs her. Statt Verbesserungen fallen dem Sprach-Experten vor allem Fehler auf.
So heißt es im stern-Blog zum Relaunch: "Immer, wenn sich etwas ändert, liegt die Frage nahe: Was hätte wohl der Gründer, Übervater, Vordenker vergangener Tage gesagt." Schramka erlaubt sich die Antwort: "Ich glaube, er hätte getobt". Und weiter: "Ich habe in der Grundschule gelernt, dass am Ende einer Frage ein Fragezeichen steht."
In einem Grußwort schreibt Chefredakteur Dominik Wichmann: "Und wo viele Menschen zusammenarbeiten wird diskutiert, bisweilen gestritten, werden viele Entscheidungen getroffen, großartige Dinge geschaffen und Fehler gemacht". Antwort des Journalistenausbilders: "Zumindest das mit den Fehlern stimmt. Nach zusammenarbeiten kommt ein Komma."
Die Sprache des stern ist Schramka schon seit längerem ein Dorn im Auge: "Wieso schreibt man Stern überhaupt klein? Bloß, weil irgendein Grafiker das vor Jahrzehnten schick fand, werde ich doch nicht falsches Deutsch schreiben. Und Namen schreibt man groß."
Schramkas Fazit dürfte die stern-Redaktion wenig freuen: "Viel hohles Marketing-Getöse, erschreckend viele Fehler für ein Magazin mit diesem Anspruch, der neue Look ist für mich ein Me-too-Design, eben was man derzeit so macht. Nur, dass der Stern dafür um die Welt gejettet ist und mit den teuersten Leuten gesprochen hat."
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