Galaxy S4: Samsungs peinliches Musical

Mit größtmöglichem Aufgebot hat Samsung die neue Generation seines Smartphone-Bestsellers Galaxy präsentiert. Und das direkt im Feindesland des Rivalen Apple und ganz nach amerikanischem Geschmack in der Radio City Music Hall am Broadway. Der Produktlaunch geriet zum Musical, das nicht jedem Zuschauer behagte. Auf Twitter wurde die Show vielfach als peinlich verspottet. Blogger, Konkurrenten und Reporter regten sich über die Inszenierung der Präsentation auf: "Total meschugge".

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Mit größtmöglichem Aufgebot hat Samsung die neue Generation seines Smartphone-Bestsellers Galaxy präsentiert. Und das direkt im Feindesland des Rivalen Apple und ganz nach amerikanischem Geschmack in der Radio City Music Hall am Broadway. Der Produktlaunch geriet zum Musical, das nicht jedem Zuschauer behagte. Auf Twitter wurde die Show vielfach als peinlich verspottet. Blogger. Konkurrenten und Reporter regten sich über die Inszenierung der Präsentation auf: "Total meschugge".

War es die endgültige Zeitenwende in der Technologiebranche, von der seit Monaten die Rede ist? Weltweit verkauft Samsung längst mehr Smartphones als Apple, nur in den USA liegt der iPhone-Konzern noch vor den Koreanern – Zeit also für eine gezielte Attacke direkt auf Apples Heimatmarkt.

3.000 Gäste wurden in die altehrwürdige Radio City Hall am Broadway geladen, in der schon jahrzehntelang die Grammys vergeben werden. Nun also war ein Smartphone die Abendattraktion – das Galaxy S IV wurde nach wochenlangen Spekulationen endlich enthüllt.

Musical-Show erntet Kopfschütteln: "Die Präsentation? Total meschugge"

Und das mit jeder Menge Pathos, das man von Apple-Keynotes so gut kennt. Samsung versuchte seine Botschaft indes künstlerisch zu transportieren: die Produktvorstellung geriet zum Smartphone-Musical.

Erwartungsgemäß kam das nicht bei jedem Zuschauer an: „Bizarr“ nannte etwa der  Business Insider die einstündige Veranstaltung. „Samsung hat keinen Geschmack“, wetterte Star-Blogger John Gruber, während sich Smartphone-Rivale HTC eine Lästerattacke nicht verkneifen konnte: „Wie weit weg vom Broadway ist diese Vorstellung eigentlich?“ zog der Rivale direkt via Twitter vom Leder. Wall Street Journal-Reporterin Lauren Goode stellte unterdessen fest: „Das Telefon? Sieht beeindruckend aus. Die Präsentation? Total meschugge.“
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Edel ist was anderes: Galaxy S IV wieder nur mit Plastik-Gehäuse

Aber war damit wirklich alles gesagt: Ist das Galaxy S IV der erwartete Megahit der Saison? Die Früchte hängen nach dem großen Erfolg des Vorgängermodells S III entsprechend hoch.

Auf den ersten Blick enttäuscht Samsung: Das Galaxy S IV sieht dem S III zum Verwechseln ähnlich; es ist nur um 2 Millimeter auf nun 5 Zoll gewachsen und damit 1 Zoll größer als das iPhone. Wieder allerdings kommt das Galaxy im Plastik-Gehäuse daher – „edel“ geht anders.

Neue Features für die Massen: Temperatursensor und Handschuhbedienung

Dafür punktet Samsung über und unter der Oberfläche: Das Display bietet nun Full-HD-Auflösung, während die überholte Kamera Bilder in 13 Megapixel-Qualität schießt. Auch neue Features hatte Samsung seinen Gadgets-Fans zu bieten: Etwa einen Temperatursensor, einen Schrittzähler, einen Text-Übersetzer, der auch im Sprach-Modus funktionieren soll oder etwa die Winter praktische Handschuhbedienung.

Ob Samsung mit dem Galaxy S IV nur neun Monate nach dem Launch des Vorgängers S IIII tatsächlich der nächste große Quantensprung gelungen ist, der Apple in den kommenden Monaten bis zum iPhone 5S-Launch alt aussehen lässt, bleibt abzuwarten. Die Schlacht um die Deutungshoheit hat in den sozialen Medien unterdessen bereits während der Produktpräsentation begonnen.

Henry Blodget: „Samsung ist Apple nun Meilen voraus“

„Ein größeres Display und verbesserte Software – aber ist auch besser genug?“, fragte sich etwa Wall Street Journal-Reporterin Lauten Goode. Auch das Techportal The Verge war nach einem ersten Test nicht vollends überzeugt: „Revolutionär fühlt sich das nicht an“, fanden die Techjournalisten. Engadget watschte Samsung dagegen richtig ab: Wir können uns des Endrucks nicht erwehren, dass das S IV hinter Konkurrenz zurückbleibt.“

Nur Henry Blodget vom Business Insider setzte zum gewohnten Apple-Bashing an: „Ich habe noch nicht mit dem S4 gespielt, aber es klingt ganz danach, als ob sie Apple nun Meilen voraus wären. Was ist nur mit Apple passiert? Wie konnte sie das zulassen?“

An der Wall Street hinterließ Samsungs Powershow auch ihren Eindruck: In der letzten Stunde des nachbörslichen Handels verlor die weiter schwer angeschlagene Apple-Aktie gegen den Markttrend weiter rund ein Dollar an Wert. Doch Samsung erging es selbst noch schlechter: Auf dem Heimatmarkt in Seoul verlor die Aktie im frühen Handel rund zwei Prozent an Wert.

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