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Wie Politico.com mit Abos Geld verdient

Die US-Politik-Website Politico.com verfolgt eine interessante und offenbar erfolgreiche Paid-Content-Strategie: Sehr teure Abos werden vorzugsweise an Organisationen und Behörden verkauft und nicht an Einzelpersonen. Aktuell hat Politico bekanntgegeben, dass nunmehr über 1.000 Organisation in den USA PoliticoPro-Dienste abonniert hätten. Ein solches Abo kostet ab 8.000 Dollar pro Jahr. Gleichzeitig plant die Website ein neues Print-Magazin, um die Pro-Abos zu bewerben.

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Was genau ein PoliticoPro-Abo kostet, variiert. PaidContent.org zitiert einen Bericht des Nieman Journalism Lab laut dem ein Gruppen-Abo von PoliticoPro mit mindestens 8.000 Dollar pro Jahr zu Buche schlägt. Dafür könnten dann fünf Personen einen Themendienst von PoliticoPro nutzen. Die Website bietet mittlerweile Infodienste zu den Themen Energie, Gesundheitswesen, Technologie, Verteidigung, Finanzdienstleistungen, Steuern und Transportwesen an. Für jeden dieser Themendienste wurden extra Experten als Redakteure angeheuert. Wollen mehr Leute mitlesen oder werden mehrere Themendienste abonniert, wird es teurer.

Abonnenten erhalten u.a. exklusive Artikel zu den abonnierten Themenfeldern, speziell zugeschnittene Newsletter und personalisierbare Themen-Alerts. Um die Abos noch stärker zu promoten, startet Politico am 22. März ein neues, vierteljährliches Print-Magazin. Das Heft wird gratis an jeden Kongressabgeordneten, an Angestellte des Weißen Hauses sowie Mitarbeiter von Bundesbehörden verteilt. Außerdem werden 160 Zeitungsautomaten mit dem Magazin bestückt und es soll in 100 Starbucks-Filialen im Raum Washington ausliegen. Inhalt werden ausgewählte alte Stücke der PoliticoPro-Themendienste sein.

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Politico.com publiziert schon länger eine gedruckte Zeitung, die in den Kongresswochen werktäglich und gratis im Regierungsviertel der US-Hauptstadt verteilt wird und die ebenfalls dazu dient, die Website zu promoten. PoliticoPro war ursprünglich als individueller Abo-Dienst konzipiert. Die Macher entdeckten aber, dass es attraktiver ist, teure Gruppenabos an Organisationen, Behörden und Einrichtungen zu verkaufen.

Das Kalkül: Die Abogebühren laufen direkt über die Budgets der Einrichtungen und müssen nicht von Einzelpersonen gezahlt werden. Wobei die Einzelabos von PoliticoPro mit kolportierten knapp 3.300 Dollar pro Jahr auch kein Schnäppchen sind. Laut Politico werden mit dem kostenpflichtigen Pro-Dienst mittlerweile rund 7.000 Polit-Profis in Washington pro Monat erreicht. Ein schönes Geschäft.

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