Schimanski 2.0: der erste Schweiger-„Tatort“

Am 10. März zeigt das Erste den mit Spannung erwarteten ersten "Tatort" mit Til Schweiger unter dem Titel "Willkommen in Hamburg". MEEDIA hat den Film bereits gesehen. Der Krimi ist gut, bietet viel Action und typisch gefühlvolle Til Schweiger-Szenen mit seiner Film- und Reallife-Tochter Luna. Heimlicher Star des neuen "Tatorts" könnte Fahri Yardim werden. Als Co-Kommissar Yalcin Gümer sorgt er für die Unterhaltungsmomente. Til Schweiger gibt in dem Film eine Art modernen Schimanski.

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"Willkommen in Hamburg" heißt der erste Schweiger-Tatort. Diesen Satz hört Til Schweiger alias Nick Tschiller früh im Film von seinem neuen Chef Holger Petretti (Tim Wilde). Freundlich gemeint ist er nicht, denn der neue "Tatort"-Kommissar hat da bereits drei Verdächtige über den Haufen geknallt – aus Notwehr, wie sich versteht. Zu diesem Zeitpunkt ist der traditionelle "Tatort"-Vorspann gerade einmal paar Sekunden alt. Für Regeln und gute Manieren interessiert sich Nick Tschiller herzlich wenig. Der neue "Tatort"-Kommissar ist ein Haudrauf- und Alleingänger, der Klartext spricht und schnell schießt. Für Kenner der sonst eher betulich-gediegenen "Tatort"-Reihe bedeutet das eine Extraportion Adrenalin am Sonntagabend vor dem Fernseher.
Im Zentrum der Ermittlungen steht ausgerechnet ein ehemaliger Kollege des Kommissars, der offenbar die Seiten gewechselt hat. Zwischen den Fronten stehen zwei Frauen: die Geliebte des Hauptverdächtigen, die ebenfalls eine gemeinsame Vergangenheit mit Tschiller hat, und die junge Zeugin Tereza, die Tschiller privat versteckt und beschützt – Anleihen an den Schweiger-Kinofilm "Schutzengel" sind dabei nicht zu übersehen.
Auch in anderen Szenen bekommt der Zuschauer geboten, was er von einem Schweiger-Film zu erwarten hat: Da sind die typischen Vater-Tochter Szenen (mit Schweigers echter Tochter Luna), in denen der neue "Tatort"-Star zwischen fürsorglicher Vater und Rabenvater hin und her wechselt und in denen es kurz nach einer Explosion darum geht, ob er ein Frühstücksei zubereiten kann oder nicht.
Aber "Willkommen in Hamburg" ist mehr als ein reiner Schweiger-Film. Zu verdanken ist das vor allem Schweigers Sidekick Fahri Yardim, der den Co-Kommissar Yalcin Gümer spielt. Gümer sorgt für die Lacher im Film, die dummen Sprüche und ironischen Anmerkungen. Während Tschiller den Rüpel-Kommissar gibt, hackt er sich als Technik-Freak vom Krankenbett aus in die interne Kommunikation eines Hotels hinein. Mit Ines Kallwey (Britta Hammelstein) gibt es sogar noch eine dritte Kommissarin, die eher den ruhenden Pol im Team bietet. In den kommenden Filmen sollte ihrem Charakter mehr Raum gegeben werden.
"Willkommen in Hamburg" ist bestes Popcorn-Kino mit Schießereien, Verfolgungsjagden und testosterongeladenen Sprüchen. Kriminalistische Rätseleien bleiben da auf der Strecke. Schweiger sorgt für einen Tatort mit Ecken und Kanten. Sein Nick Tschiller ist eine moderne Version des legendären "Tatort"-Haudraufs Schimanski aus Duisburg (unerreicht: Götz George). Legendär ist die Aufregung, als Schimanski damals als erstem "Tatort"-Kommisar das Schimpfwort "Scheiße" über die Lippen kam. Das erste Wort, das Til Schweiger als "Tatort"-Kommissar spricht, ist übrigens "Fuck". Auch sprachlich geht er mit der Zeit.
Nur das Revier Tschiller/Schweiger ist ein ganz anderes als Schimanskis kohlengeschwärztes Duisburg. Der Hamburger Hafen, die Alster, die Elbphilharmonie, diese und andere unverkennbare Orte der Hansestadt dienen als Kulisse. Und nicht nur Schweiger gibt sein Debüt. Auch der zweite künftige Hamburger "Tatort"-Kommissar, Wotan Wilke Möhring, ist in einer Szene als Gast zu sehen. Die erste Verknüpfung der beiden nebeneinander existierenden Hamburg-"Tatorte" ist also gemacht. 
Der Til-Schweiger-"Tatort" "Willkommen in Hamburg" läuft am 10. März um 20.15 Uhr in der ARD.

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