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“Crowdfunding” ist Anglizismus des Jahres

Eine Jury rund um den Berliner Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch hat den Anglizismus des Jahres 2012 gekürt: “Crowdfunding”. Die Begründung der Jury: „Das Wort füllt eine Lücke im deutschen Wortschatz, die durch das Aufkommen einer neuen Art der netzgestützten Kapitalbeschaffung entstanden ist. Es hat sich im Laufe des letzten Jahres im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert und gut in die Struktur des Deutschen eingefügt.“ Auf den Plätzen zwei und drei landeten die Anglizismen “Hipster” und “Fracking”.

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Das Wort “Hipster” sei “eine abfällige Bezeichnung für eine urbane, sich dem kulturellen Mainstream verweigernde Jugendkultur.” “Fracking” bezeichnet ein umstrittenes Verfahren zur Gas- und Ölgewinnung. Jurymitglied Kilian Evang: “Die politische Kontroverse hat für eine schnelle Verbreitung des Wortes gesorgt. Mit Blick auf das, was Fracking für die Umwelt wohl bedeutet, hoffe ich allerdings, dass die Relevanz dieses Wortes schnell und dauerhaft wieder abnehmen wird.“

Parallel zur Jury-Entscheidung wurde auch eine Publikumswahl durchgeführt. Hier landete ebenfalls “Crowdfunding” auf dem ersten Platz, gefolgt von “gendern” und ebenfalls “Fracking”. Mit der Wahl zum Anglizismus des Jahres soll der positive Beitrag des Englischen zur Entwicklung des deutschen Wortschatzes gewürdigt werden. Der Initiator der Wahl, Anatol Stefanowitsch, sagt: “Im deutschen Sprachraum ist die Vorstellung sehr weit verbreitet, dass Lehnwörter – vor allem, wenn sie aus dem Englischen stammen – den Fortbestand der deutschen Sprache bedrohen.” Die Entlehnung von Wörtern sei aber ein natürlicher Prozess, “mit dem Sprachgemeinschaften schon immer den Wortschatz ihrer Sprachen erweitert haben, ohne dass diese Schaden genommen hätten.“

Will heißen: Anglizismen sind eigentlich gar nichts Schlimmes. So lange sie sich nicht in grässliche Konferenzen-Buzzwords verwandeln …

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