Umsatz-Ranking: die Top 50 der Magazine

Der Spiegel baut seinen Vorsprung als umsatzstärkste Zeitschrift des Landes weiter aus - trotz eines kleinen Rückgangs um 1,6%. Der Grund: Verfolger stern lag 2012 satte 12,1% unter dem Vorjahres-Umsatz, den MEEDIA aus Brutto-Vertriebs und -Werbeumsätzen errechnet. Weitere große Verlierer waren 2012 Bravo, Brigitte, Computer Bild, Gala und Für Sie. Nach oben ging es in der Top 50 nur für 12 Titel, am stärksten prozentual gesehen für Grazia, Landlust und das TV-Supplement prisma.

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3,6% ihres Brutto-Umsatzes verloren die 50 stärksten Zeitschriften im Jahr 2012 – umgerechnet gigantische 135,23 Mio. Euro. Insgesamt betrug der Umsatz der Top 50 noch 3,656 Mrd. Euro. Nach dem Mini-Minus im Vorjahr, als sich die Top 50 um 0,3% gegenüber 2010 verbesserte, ist das ein erneuter Rückschlag für die Branche. Der größte Anteil des Umsatz-Verlustes (90,7 Mio. Euro) geht dabei auf den Werbemarkt, doch auch im Kiosk-Verkauf ging es um 40,4 Mio. Euro nach unten. Relativ stabil sind einzig die Abo-Umsätze, die 4,1 Mio. Euro nach unten gingen – hier wirkten sich insbesondere Preiserhöhungen positiv aus.

Auf dem ersten Platz hat Der Spiegel mit seinem Brutto-Umsatz von 289,86 Mio. Euro nun einen Vorsprung von fast 70 Mio. Euro auf die Nummer 2, den stern. Mehr als 30 Mio. Euro weniger setzte das G+J-Magazin, das in der kommenden Woche frisch renoviert um neue Käufer und Kunden kämpft, im Jahr 2012 mit Vertrieb und Anzeigen um. Der nächsten Verfolger, der Focus, folgt dennoch ebenfalls mit großem Abstand: Die 174,16 Mio. Euro sind wiederum 46 Mio. weniger als beim stern.

Als Quellen für das MEEDIA-Ranking dienten wie in den vergangenen Jahren die Statistiken von Nielsen und der Fachzeitschrift der neue vertrieb. Nielsen errechnet für sämtliche großen Medien Brutto-Werbeumsätze, der neue vertrieb veröffentlicht regelmäßig Rankings für den Brutto-Umsatz der IVW-Kategorien Einzelverkauf und Abos (die aktuellsten Rankings in den Ausgabe 4/2013 und 5/2013 – erhältlich hier). Das Magazin wertet dabei die verkaufte Auflage der jeweiligen Kategorie, sowie den Copypreis bzw. den Abopreis.

Bei den Zahlen handelt es sich logischerweise um keine realen Umsatzzahlen, da insbesondere im Anzeigengeschäft nur die Verlage die echten Umsätze, ohne Rabatte, Gegengeschäfte, etc. kennen. Dennoch zeigen unsere Brutto-Umsätze recht anschaulich, wie sich der Markt und die einzelnen Titel entwickeln.

Gewinner gibt es in der ersten Hälfte der Top 50 ganze fünf: Der Focus legte wegen der gestiegenen Werbeumsätze, aber auch wegen leicht verbesserter Abo-Einnahmen zu, TV Digital gewann vor allem im Einzelverkauf, leicht aber auch bei den Anzeigen. InStyle und Sport Bild profitierten vor allem vom Werbemarkt, ebenso wie das Supplement rtv, das seinen Umsatz von 69,07 Mio. Euro logischerweise nur mit Anzeigen erreicht hat.

Mehr als 10 Mio. Euro weniger landete neben dem stern auch bei der Bild der Frau und der Brigitte, über 10% büßten zudem die Gala und die Computer Bild ein. Besonders bitter: stern, Brigitte und Computer Bild verschlechterten sich in allen drei Umsatz-Kategorien, also am Kiosk, bei den Abos und auf dem Werbemarkt.

Der größte prozentuale Verlierer aller 50 Titel findet sich aber erst in der zweiten Hälfte unseres Rankings: Die Bravo büßte heftige 14,7% ein, in drei Jahren rauschte sie von einem Brutto-Umsatz von 54,3 Mio. auf 36,7 Mio. Und auch hier ging es in allen drei Kategorien nach unten. Am deutlichsten im für die Bravo wichtigsten Einzelverkauf. Der Grund: die verkaufte Kiosk-Auflage sank 2012 im Jahresdurchschnitt gegenüber 2011 um 83.470 Stück oder 27% auf 228.824.

Über 10% büßte hier zudem die Für Sie ein, nach oben ging es hingegen für den kicker, inTouch, Geo, Grazia, Landlust, prisma und die Freizeitwoche, die erstmals in der Top 50 vertreten ist. Vor allem Grazia, Landlust und prisma dürfen sich mit einem Plus von 14,0% bis 15,4% zu den großen Gewinnern des Jahres 2012 zählen. Das Supplement prisma gewann logischerweise nur im Werbemarkt, da es keine Vertriebserlöse erzielt, die Grazia verbesserte sich deutlich bei den Anzeigen und leicht bei den Abos, die Landlust gewann in allen drei Kategorien, am deutlichsten aber am Kiosk.

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