Radio-MA: Führungswechsel in drei Ländern

Führungswechsel in Niedersachsen, Bremen und Rheinland-Pfalz, ein riesiger Aufsteiger in Sachsen und heftige Verluste für die Marktführer in Brandenburg und Hamburg. Die Zahlen der Radio-MA haben auch diesmal wieder viel mehr zu bieten, als in einer allgemeinen Analyse zu erkennen ist. MEEDIA bietet daher wieder den traditionellen Blick in alle 16 Bundesländer - mit Sender-Rankings und Erläuterungen zu den wichtigsten Verschiebungen in allen Regionen der Radio-Republik.

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Beginnen wir unsere Reise im hohen Norden. Die Nummer 1 in Schleswig-Holstein bleibt weiterhin R.SH, das seine Tagesreichweite montags bis freitags etwas ausbauen konnte – um 3.000 Hörer auf 681.000. Der große Gewinner folgt aber dahinter: NDR 2 verbesserte sich um 69.000 Hörer bzw. 13,2% und überholte damit auch NDR 1 Welle Nord, das 5,0% verlor. Noch deutlichere Einbußen müssen N-Joy und delta radio verkraften, abseits der Top verbesserte sich Radio Nora um starke 15,5% auf 127.000 Hörer.

Erneute Verluste gibt es hingegen für den Marktführer in Hamburg: Radio Hamburg verabschiedete 39.000 Hörer – ein Minus von 9,9%. Die anderen vier Sender der Top 5 gewannen hingegen: NDR 2 und N-Joy sogar mehr als 10%. Weiter hinten verbesserte sich delta radio, das in Schleswig-Holsten so deutliche Verluste erdulden musste, um heftige 36,8% auf 78.000 Hörer, Oldie 95 rutschte hingegen um 20,0% auf 84.000.

Einen spannenden Führungswechsel gab es in Niedersachsen. radio ffn ist bei der Tagesreichweite seinen ersten Platz los, verlor ihn an NDR 2, das sich um satte 11,1% verbesserte. ffn selbst verbesserte sich ebenfalls – mit einem Plus von 2,4% aber zu wenig, um Rang 1 zu verteidigen. Verluste gab es diesmal für NDR 1 Niedersachsen und Hit-Radio Antenne, abseits der Top 5 legte 89.0 RTL um 18,9% auf 491.000 Hörer zu, 1Live aus dem Nachbarland NRW sogar um 34,4% auf 164.000.

Auch in Bremen gab es einen Wechsel an der Spitze, Bremen Eins verdrängte Bremen Vier dank eines Zuwachses von 5,0% und eines gleichzeitigen Verlustes von 18,4% bei Bremen Vier. Auch dahinter gab es einen Plätzetausch:  Energy Bremen überholte NDR 1 Niedersachsen.

In Nordrhein-Westfalen bleibt wenig überraschend der Lokalsender-Verbund Radio NRW vorn: Trotz eines kleinen Rückgangs um 1,1% verfügt man mit 5,164 Mio. Hörern pro Werktag weiterhin über fast 1,5 Mio. mehr als das zweitplatzierte 1Live. WDR 2, 4 und 5 komplettierten die Top 5. Über erstaunliche 39,0% Zuwachs kann sich der Deutschlandfunk in NRW freuen, der damit nun 296.000 Leute erreicht. Um 32,8% auf 247.000 verbesserte sich zudem WDR 3.

In Hessen gewann Marktführer Hit Radio FFH minimale 1.000 Hörer hinzu, der Rest der Top 5 büßte hingegen Publikum ein. Am deutlichsten traf es dabei hr3, das um 9,0% abrutschte. Abseits der Top 5 gibt es aber auch noch Gewinner: You FM steigerte sich um 8,6% auf 289.000 Hörer, Radio Bob! um 11,1% auf 190.000.

Einen halben Führwungswechsel gab es in Rheinland-Pfalz. Führten beim letzten Mal SWR3 und RPR1. noch gemeinsam, hat der Öffentlich-Rechtliche den Privaten nun um 1.000 Hörer geschlagen. SWR3 steigerte sich um 3,1% auf 754.000, RPR1. um 3,0% auf 753.000. Der Verlierer der ma heiße in Rheinland-Pfalz ganz eindeutig SWR4 RP: Mit 131.000 Hörern weniger ging die Zahl des Senders um 21,6% zurück. Zwei kleinere Anbieter können sich hingegen über extreme Zuwächse freuen: Die City-Kombi Rheinland-Pfalz gewann 24,2% hinzu und liegt nun bei 231.000 Hörern, Radio Regenbogen steigerte sich um heftige 40,2% auf 129.000.

Auch in seinem Heimatland Baden-Württemberg gehört Radio Regenbogen zu den großen Gewinnern, allerdings nicht mit 40,2%, sondern mit 4,4%. An der Spitze bleibt hier souverän SWR3 – mit einem Vorsprung von fast 1 Mio. Hörern auf SWR4 BW und mehr als 1 Mio. auf SWR1 BW. Weiter hinten bäßte Radio Ton 14,2% ein und liegt nun bei einem Wert von 235.000.

Nur einen Gewinner unter den 5 großen Sendern gibt es in Bayern: Bayern 3 steigerte sich um 83.000 Hörer oder 3,6%. Damit rückt man ein Stück näher an Bayern 1 und das Bayern-Funkpaket heran, wird ihnen aber noch nicht gefährlich. Klar an der Spitze liegt weiterhin Antenne Bayern – auch wenn der Sender diesmal 114.000 Hörer verlor. Weitere Gewinner finden sich erst weiter hinten: Schlagersender Radio Arabella freut sich über 18,6% mehr Hörer – und insgesamt nun über 249.000 pro Werktag. Rock Antenne (-20,0%) und Energy München (-29,9%) büßten hingegen deutlich ein.

Im kleinen Saarland führt Radio Salü den Markt an, baute seinen Vorsprung auf SR 1 Europawelle sogar deutlich aus. In der vorigen ma lag man noch 14.000 Hörer vor dem öffentlich-rechtlichen Konkurrenten, diesmal beträgt der Abstand 63.000 Hörer. Verluste gab es neben SR 1 auch für SR 3 Saarlandwelle und SWR3. Weiter hinten verlor RTL Radio 19,4%, big FM Saarland sogar 21,5%. Die City-Kombi Rheinland-Pfalz gewann im Saarland hingegen 45,2% hinzu und liegt nun bei immerhin 45.000 Hörern.

Vom Südwesten in den Nordosten – nach Berlin.Um umkämpftesten Medienmarkt Deutschlands führt weiter souverän 104.6 RTL den Radiomarkt an – mit 531.000 Hörern pro Werktag und einem Plus von 8,8%. Verluste verzeichnen hingegen der Berliner Rundfunk 91.4 und 94,3 rs2 auf den weiteren Plätzen. Zulegen konnten radioBerlin 88,8 und radioeins, die sich damit auch an 98.8 Kiss FM vorbei schoben. Kiss FM rutschte mit einem Minus von 7,4% auf Platz 6 zurück, weiter hinten gewann Energy Berlin satte 31,9% und sendet nun für 211.000 Berliner Hörer.

In Brandenburg verzeichnet BB Radio das größte Minus aller 16 Marktführer der Bundesländer. 15,7% Hörer weniger konsumierten den Sender – ein Minus von 92.000. Hätte Antenne Brandenburg nicht ebenfalls 10,3% verloren, wäre es sogar noch spannender an der Spitze geworden. So bleibt BB Radio mit einem Vorsprung von 18.000 die Nummer 1. Auch der Berliner Rundfunk verlor mit 15,6% deutlich, einziger Gewinner in der Top 5 ist der Berliner Marktführer 104.6 RTL. Fritz zog trotz des 4,4%-Verlustes an 94,3 rs2 vorbei in die Top 5. rs2 büßte nämlich sogar 23,0% ein. Heftige 48,1% Plus erkämpfte sich 105’5 Spreeradio mit nun 114.000 Hörern.

In Mecklenburg-Vorpommern baute die Ostseewelle Hit-Radio MV ihren Vorsprung an der Spitze aus. Mit einem Plus von 2,2% liegt man nun 77.000 Hörer vor NDR 1 Radio MV, das wiederum 7,0% einbüßte. Der größte Gewinner heißi in Mecklenburg-Vorpommern aber N-Joy: Die NDR-Jugendwelle steigerte sich um 17,5% auf 134.000 Hörer.

Den größten Sprung in Sachsen hat eindeutig MDR Jump gemacht: Dank 120.000 hinzu gewonnenen Hörern (+25,3%) verbesserte sich der Sender von Platz 6 auf 3 des Sachsen-Rankings. Überholt wurden Radio PSR, das aber auch 9,8% zulegte, R.SA, das 11,1% verlor und Hitradio RTL Sachsen, das mit einem Minus von 11,4% auf 445.000 und aus der Top 5 heraus fiel. Ganz vorn bleibt aber unangefochten MDR 1 Radio Sachsen, das mit dem starken Plus von 17,0% über die Mio.-Marke sprang. Spannend sind auch in Sachsen die Zuwächse des Deutschlandfunks: 32,4% Hörer gewann der anspruchsvolle Sender hinzu – erreicht nun 196.000 Sachsen pro Werktag.

Keine Platzveränderungen, aber durchaus große Hörer-Verluste und -Gewinne sind in Sachsen-Anhalt zu beobachten. So büßte MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt satte 14,6% ein, 89.0 RTL hingegen gewann 14,3% hinzu. Die Nummer 1 des Landes bleibt trotz 5,3%-Minus radio SAW – mit 713.000 Hörern vor Radio Brocken.

Zu guter Letzt noch Thüringen. Auch hier bleibt die Top 5 in der gleichen Reihenfolge wie bei der vorigen MA. Die Gewinne und Verluste halten sich hier zudem im Rahmen, MDR Thüringen ist mit einem Minus von 5,7% der größte Verlierer in der Top 5, Marktführer Antenne Thüringen mit einem Plus von 2,4% der größte Gewinner. Weiter hinten gibt es aber noch deutlich größere prozentuale Aufsteiger: Antenne Bayern verbesserte sich in Thüringen um 29,4% auf 88.000 Hörer, hr3 um unglaubliche 73,0% auf 64.000.

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