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Home Office: So klappt’s mit der Heimarbeit

Die Debatte um das Für und Wider eines Home Office will einfach nicht abreißen: Nicht nur in den USA hat die Yahoo-Chefin Marissa Mayer eine Diskussion angestoßen, bei der sie mehrmals betonte, dass es eine Yahoo-spezifische Entscheidung sei - und keine Generalkritik an Heimarbeit. Auch in Deutschland wird heftig über die Heimarbeit diskutiert. Denn Home Office kann durchaus funktionieren. MEEDIA gibt Tipps, wie Sie trotz mangelndem Umgang mit Kollegen kreativ und produktiv bleiben.

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Weniger Tempo und Kreativität waren die Hauptgründe, warum Mayer ihre Mitarbeiter wieder in die Firmenbüros zurückbeorderte. Mit dieser Entscheidung ist die Yahoo-Chefin keineswegs allein. Auch die Bank of America hatte sein Home-Office-Modell als gescheitert gesehen und die Mitarbeiter zurück in die Firmenzentrale gerufen. Und dennoch halten viele Unternehmen daran fest – auch in Deutschland. "Axel Springer arbeitet mit Nachdruck an einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Daher haben wir einen Rahmen für flexibles Arbeiten und Teilzeitmodelle geschaffen”, erklärt  Alexander Schmid-Lossberg, Leiter des Geschäftsführungsbereichs Personal der Axel Springer AG, gegenüber MEEDIA.

Bei der 1&1 Internet AG wird bewusst im Einzelfall bewertet, ob die Arbeit im Home Office sinnvoll und praktisch umsetzbar ist, erklärt ein Sprecher gegenüber MEEDIA. “Entsprechende Vereinbarungen werden, sollten die Umstände es ermöglichen, direkt vom Mitarbeiter zusammen mit der zuständigen Führungskraft und der Personalabteilung getroffen.” Grundsätzlich bedingten aber viele der Arbeiten, gerade in den technischen Bereichen, eine Anwesenheit vor Ort.
Fest steht: Wenn der Arbeitgeber Home Office anbietet, muss jeder Arbeitnehmer für sich selbst entscheiden, ob die Arbeit von Zuhause ihm auch zusagt. Dabei gilt vor allem, einen eigenen Arbeitsrhythmus zu finden. Hat man in einer Bürogemeinschaft den morgendlichen Kaffee mit dem Vorgesetzten, Meetings mit Kollegen oder das Lunchdate, braucht auch das Home Office zeitliche Strukturen. Zu welchen Zeiten müssen Sie Ergebnisse liefern? Wann sind Sie am produktivsten? Diese Fragen müssen Sie sich stellen, bevor sie sich für die Heimarbeit entscheiden.

Experten raten außerdem dazu, das heimische Arbeitsumfeld professionell auszustatten. Arbeit von der Couch oder dem Esstisch kann auf lange Sicht nicht funktionieren. Wenn Sie Ihre Arbeit ernstnehmen, benötigen Sie auch einen ernstzunehmenden Arbeitsplatz. Dazu zählen ein Schreibtisch, ein ergonomisch abgestimmter Stuhl sowie eine entsprechende Beleuchtung und ausreichend Ablageflächen.

Ist Ihr Arbeitsplatz entsprechend ausgestattet, sollten Sie ihn auch virtuell abstecken. Das bedeutet: Auch wenn Sie von Zuhause aus arbeiten, sollten Sie nicht nebenher noch die Wäsche machen, Einkäufe erledigen oder die Wohnung umdekorieren. Klären Sie mit Ihrem Partner ab, was machbar ist und was nicht. Schließlich soll Ihre Arbeit nicht darunter leiden.

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Im Fall Yahoo sollen etliche Angestellten den Freiraum genutzt haben, um eigene Start-ups zu gründen. Nebenbeschäftigungen, wenn auch verlockend aufgrund der physischen Abwesenheit von Vorgesetzten, können sich allerdings negativ auf die Qualität Ihrer Arbeit auswirken. Nutzen Sie Freiräume lieber für den direkten Austausch mit Kollegen. Dadurch bleiben Sie auf dem Laufenden, was sich im eigenen Unternehmen tut. Und viel wichtiger: Sie bleiben kreativ.

Denn John Sullivan, Professor für Management an der San Francisco State University, hat herausgefunden, dass Home Office zwar die Produktivität von Mitarbeitern erhöht. Allerdings seien sie dann auch weniger innovativ. “Wenn Sie Innovation wollen, brauchen Sie Interaktion”, erklärt Sullivan gegenüber der New York Times. “Wenn Sie Produktivität brauchen, dann sollten Sie Ihre Leute von zu Hause aus arbeiten lassen.” Der Grund: Im Home Office sind sie weniger abgelenkt. Allerdings kann sich der mangelende Austausch mit dem Team negativ auf die Kreativität auswirken.

Dem können Sie entgegenwirken, indem Sie sich auch abseits von festen Terminen Kontakte zu den Kollegen pflegen. Tägliche Videokonferenzen mit den Mitarbeitern können außerdem dabei helfen, dass Sie sich nach Monaten der Heimarbeit zunehmend vereinsamt fühlen.

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