Twitter zieht bei TweetDeck den Stecker

Twitter stellt bis auf die Web-Version alle Varianten des beliebten Twitter-Programms TweetDeck ein. Die Desktop-Variante auf Adobe-AIR-Basis sowie die Apps für iPhone und Android werden künftig nicht mehr unterstützt. Twitter hat TweetDeck 2011 übernommen und die Anwendungen seither kaum noch weiter entwickelt. TweetDeck wird aus den AppStores verschwinden und bald auch nicht mehr funktionieren. Twitter will offenbar die eigene App pushen.

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Als Grund für die Einstellung gibt TweetDeck in einem Beitrag im Firmenblog an, man habe festgestellt, dass auf mobilen Geräten zunehmend die offizielle Twitter-App verwendet wird. Daher wolle man sich künftig primär auf die Web-Anwendung sowie die Chrome-App konzentrieren und sekundär auf die neueren nativen Anwendungen für PC und Mac. 
Die veränderten mobil-Nutzergewohnheiten dürften jedoch durchaus Folge der Politik von Twitter sein, dass TweetDeck Ende 2011 kaufte. Seitdem wurde in die Mobil-Anwendungen von Twitter investiert, zuletzt zum Beispiel mit an Instagram erinnernde Foto-Filtern. Die TweetDeck-Versionen für Smartphones sind dagegen veraltet.
Die Folge der Abkehr von TweetDeck: Ab Mai werden die Anwendungen nicht mehr funktionieren. Erste Ausfälle sind bereits ab dem heutigen Dienstag zu erwarten. Twitter betreibt ab heute so genannte "Blackout Tests" in denen die alte API zeitweise abgeschaltet wird.
Neben TweetDeck dürften davon auch weitere Anwendungen betroffen sein. Auch wenn Konkurrenz-Produkte, wie beispielsweise TweetBot, bereits auf die neue API umgestellt haben, werden einige Nutzer noch kein Update geladen haben. Auch viele Web-Anwendungen oder WordPress-Plugins, die zum Beispiel Tweets auf einer Website anzeigen sollen, müssen ausgetauscht oder aktualisiert werden.
Die Einstellung der AIR-Version von TweetDeck wird einige Nutzer sehr ärgern. Vielen ziehen diese Version noch immer den neueren, nativen Versionen vor, da sie eine Reihe von Funktionen des original TweetDeck nicht aufweisen. Da wird es auch nicht helfen, dass TweetDeck sich bei allen entschuldigt, die mit der nun getroffenen Entscheidung unzufrieden sind.
Interessant ist in der Ankündigung ein weiteres Detail, dass nur mit einem Satz erwähnt wird: Demnach wird TweetDeck auch die Integration von Facebook einstellen. Bisher konnten über TweetDeck auch Statusmitteilungen in das soziale Netzwerk gesendet werden. Auch dieser Schritt passt in das Bemühen von Twitter, die eigenen Nutzer stärker an sich zu binden auf Twitter zu konzentrieren.
Der ebenfalls von Kurznachrichten-Service gekaufte Dienst Posterous gab vor kurzem auch bekannt, dass er eingestellt wird. Die Macher wollen sich künftig stärker auf Dienste im Mutterhaus Twitter konzentrieren. Dass das Aus für die mobilen TweetDeck-Angebote ausgerechnet auf einem Posterous-Blog verkündet wird, passt da ins Bild.

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