Ist tolino shine der deutsche Kindle-Killer?

Redet man heutzutage von E-Readern, meint man vor allem den Kindle. Amazon hat mit dem E-Reader digitales Lesen salonfähig gemacht. Über Jahre versuchten deutsche Buchhändler dem Siegeszug des Kindles etwas entgegenzusetzen - vergeblich. Das soll sich ändern: Pünktlich zur CeBIT stellen Thalia, Weltbild, Hugendubel, Der Club Bertelsmann und die Deutsche Telekom einen gemeinsamen E-Reader vor: tolino shine will mit Offenheit punkten. Klappt das? MEEDIA fasst die Fakten zusammen.

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Redet man heutzutage von E-Readern, meint man vor allem den Kindle. Amazon hat mit dem E-Reader digitales Lesen salonfähig gemacht. Über Jahre versuchten deutsche Buchhändler dem Siegeszug des Kindles etwas entgegenzusetzen – vergeblich. Das soll sich ändern: Pünktlich zur CeBIT stellen Thalia, Weltbild, Hugendubel, Der Club Bertelsmann und die Deutsche Telekom einen gemeinsamen E-Reader vor: tolino shine will mit Offenheit punkten. Klappt das? MEEDIA fasst die Fakten zusammen.

Konkurrenten machen gemeinsame Sache gegen die Konkurrenz: “Heutzutage muss jeder überlegen, wo seine strategische Ausrichtung und sein strategisches Interesse liegen und welche Partner dafür die richtigen sind, um sich gegenüber den mächtigen amerikanischen Online-Giganten zu behaupten”, erklärt Michael Busch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Thalia Holding. Die neue Strategie der deutschen Buchhändler: eine technische Plattform, viele Anbieter.

Die neue technische Plattform nennt sich tolio shine – ein E-Reader, der wie die minimalistsche Version des Kindle von Amazon aussieht. Das Gerät kommt mit einem sechs Zoll großen E-Ink-Display mit einer Auflösung von 1024×758 Pixeln, integrierter Beleuchtung und wird per Touchgeste bedient. Schriften lassen sich in sieben Größen darstellen. Bücher kommen per WLAN oder Kabel auf das Gerät. Der Akku hält laut Hersteller bis zu sieben Wochen, der interne Speicher bietet Platz für bis zu 2.000 eBooks und ist mit einer SD-Karte erweiterbar.  Der tolino shine ist bei Thalia, Weltbild, Hugendubel, Der Club Bertelsmann, in den Telekom Shops sowie in den Online-Shops der Partner erhältlich. Zum Start sind über 300.000 eBook-Titel verfügbar. Der tolio erkennt Bücher in den Formaten ePub, PDF und TXT. Interessant: Als Betriebssystem gibt der Hersteller Android an. Als Bonus bekommen tolio-Nutzer gratis HotSpot-Zugang an über 11.000 HotSpots der Deutschen Telekom in Deutschland.

Einmal gekaufte Inhalte werden in der TelekomCloud gespeichert – danach ist der Zugriff auf die eBooks von bis zu fünf Endgeräten aus möglich. Seine eBooks kann der Kunde bequem drahtlos per WLAN von Zuhause, über die 11.000 kostenfrei nutzbaren Hotspots der Telekom oder in den 1.500 Fachgeschäften der Partner in Deutschland laden. Das behaupten zumindest die Buchhändler. Doch die Realität ist eine andere: Denn bei der Einrichtung des Gerätes muss der Kunde erst einmal einen der vier Buch-Shops auswählen und ein Benutzerkonto einrichten. Dieses wird dann automatisch an die TelekomCloud geknüpft, in der später die Bücher abgelegt werden. Ab diesem Zeitpunkt ist der tolio-Reader allerdings an einen Shop gebunden. Will man trotz aktivierten Hugendubel-Accounts bei Thalia ein eBook kaufen, geht das nur über den Computer, um das digitale Buch dann mit dem Reader zu synchronisieren.

Mit 99 Euro ist das Gerät 30 Euro günstiger als der Kindle Paperwhite von Amazon. In ersten Tests wird zwar das etwas softere Schriftbild des deutsche Lesegeräts kritisiert, allerdings sei die optional zuschaltbare Beleuchtung ausgeglichener als beim Kindle und außerdem stufenlos regelbar. Bemängelt wird zudem, dass der tolio shine über keinerlei Notizfunktion verfügt. Ein durchaus praktisches Feature, das vor allem im Studium bei der Lektüre von Fachliteratur helfen kann.

Hat der tolio trotzdem eine Chance gegen Amazons Bestseller? Für eine umfassende Prognose ist es noch zu früh. Allerdings ist der Zusammenschluss – zumindest auf technischer Seite – von Deutschlands führerenden Buchhändlern eine Entwicklung, die auch der weltgrößte Versandhändler mit Argusaugen beobachten wird.

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