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Wie viel ist Twitter wirklich wert?

Nach Facebook ist vor Twitter: Die Sehnsucht nach dem nächsten großen Börsengang der Internetbranche ist groß. Auch wenn Glam Media eher an die Wall Street stürmen dürfte – der echte Hoffnungsträger ist der 140 Zeichen-Dienst, der zuletzt selbst Signale an die Wall Street sendete. Vielleicht geht alles schneller als erwartet: Das US-Blogkonglomerat Business Insider spekuliert bereits auf einen IPO in der zweiten Jahreshälfte. Doch zu welcher Bewertung eigentlich?

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Nach Facebook ist vor Twitter: Die Sehnsucht nach dem nächsten großen Börsengang der Internetbranche ist groß. Auch wenn Glam Media eher an die Wall Street stürmen dürfte – der echte Hoffnungsträger ist der 140 Zeichen-Dienst, der zuletzt selbst Signale an die Wall Street sendete. Vielleicht geht alles schneller als erwartet: Das US-Blogkonglomerat Business Insider spekuliert bereits auf einen IPO in der zweiten Jahreshälfte. Doch zu welcher Bewertung eigentlich?

Der Preis ist heiß: Internetaktien sprinten höher und höher, die dazugehörigen Konzerne drängeln sich im weltweiten Werteranking immer weiter nach vorne.  Google? 265 Milliarden Dollar! Amazon? 120 Milliarden Dollar! Ebay? 70 Milliarden Dollar! Die Dot.com-Stars notieren stark Richtung Allzeithoch.

Entsprechend groß scheint bei Investoren der Hunger nach einer neuen Kursrakete, in die man rechtzeitig investieren könnte. Nachdem Facebook mit seinem furiosen Börsenflop den Markt für Neuemissionen für den Rest des vergangenen Börsenjahres zumindest in der Internet- und Technologiebranche ausgebombt hatte, keimen nun Comeback-Hoffnungen auf.

Costolo deutet baldigen Börsengang an

Wie in der vergangenen Woche berichtet, könnte Glam Media längst auf IPO-Kurs sein. Doch selbst wenn ein Börsengang in den kommenden Monaten anstehen sollte – der wahre Eisbrecher für Internetbranche kommt später. Sehnsüchtig wird der Börsengang von Twitter erwartet, für den CEO Dick Costolo erst vor wenigen Wochen im Wall Street Journal verbal den Weg bereitete.   

"Es ist nicht unbedingt unvermeidbar", wiegelte Costolo die IPO-Pläne nur verhalten ab. Er wolle, dass Twitter zu einem bemerkenswerten Unternehmen mit großer Zukunft werde. Umsätze und Gewinne seien der Treibstoff dafür. Eine Milliarde Dollar Umsatz könnte Twitter dieses Jahr schon erreichen, glauben Branchenexperten.

Doch schon 12,5 Milliarden Dollar wert?

Doch wie wertvoll ist Twitter tatsächlich? Im Januar war der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock für 80 Millionen Dollar für eher symbolische zwei Prozent eingestiegen. Bewertung: neun Milliarden Dollar. Im vergangenen Jahr kursierten Mitarbeiteraktien am Sekundärmarkt bereits für 10 Milliarden Dollar. Max Wolff vom Marktforschungsunternehmen Greencrest sieht einen fairen Wert oberhalb von 11 Milliarden Dollar.

Dass Twitter tatsächlich gut und gerne bereits für 12,5 Milliarden Dollar im weiteren Jahresverlauf an der Wall Street debütieren könnte, erklärte nun ausgerechnet Wall Street Journal-Redakteur Dennis Berman. Berman hatte sich vorgenommen, eine Kolumne darüber zu schreiben, warum Twitter nicht 10 Milliarden Dollar wert sei – "dann kamen die Fakten dazwischen", gab Berman zu.

Google-Vergleich konservativ

Für den Wall Street Journal-Kolumnisten sind diese vor allem ein Vergleich mit Google: Dabei unterstellt er Twitter lediglich das gegenwärtige Kurs-Gewinn-Verhältnis des Internetriesen und eine Nettomarge von 21 Prozent – und extrapoliert den Wert.  Ergebnis: Eine Bewertung von 12,5 Milliarden Dollar.

Vielleicht noch ein konservativer Wert, denn Investoren sprechen angeblich hinter vorgehaltener Hand schon von Nettomargen zwischen 30 und 40 Prozent. Und dass ein heißer Börsenkandidat lediglich auf dem etablierten Bewertungsniveau der wertvollsten Internet-Konzerns der Welt debütiert, scheint auch nicht in Stein gemeißelt.

Groupon etwa knackte am ersten Handelstag kurzeitig die 20 Milliarden Dollar-Schwelle, ohne Profitabilität nachgewiesen zu haben. Es scheint, als hätte Twitter, je näher der Börsengang wirklich kommt, noch Luft nach oben…

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