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“Tatort”: Wie Til Schweiger die ARD vorführt

Dass Til Schweiger kein typischer “Tatort”-Kommissar wird, darauf ließ schon seine Kritik am “outdated” Vorspann der TV-Krimireihe schließen. Kurz vor seinem Debüt als Haudrauf-Kommissar Nick Tschiller am kommenden Sonntag meckert der Schauspieler öffentlich über die ARD, beschwert sich u.a. über das niedrige Budget seines "Tatort". Der Sender scheint das Gemecker hinzunehmen - und gewährt Schweiger schweigsam scheinbar jeden Wunsch.

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MEEDIA hatte schon in der ersten Kritik geschrieben: “Willkommen in Hamburg” ist kein typischer “Tatort” – allerdings ein typischer Schweiger-Film. Das dürfte vor allem daran liegen, dass nicht Studio Hamburg federführend für den Hamburg-Krimi verantwortlich zeichnet. Erstmalig beauftragte der NDR Constantin Film, dessen Aufsichtsratsvorsitzender Fred Kogel gleichzeitig Berater von Schweiger ist, wie die Hamburger Morgenpost berichtet.

Dass weniger die ARD, sondern der Schauspieler selbst das Sagen in Sachen Hamburg-”Tatort” hat, sorgte bereits vorab für Verstimmung bei Pressevertretern. So übernahm Schweigers Produktionsfirma “Barefoot Films” kurzerhand die Pressearbeit – mit teils fatalen Folgen: Weil die Firma die Kontrolle über die Berichterstattung bis hin zur Formulierung von Zwischenüberschriften verlangte, sagte etwa die dpa (MEEDIA berichtete) ein Interview mit dem Kino-Star ab.

Und natürlich wäre “Willkommen in Hamburg” kein Schweiger-Film, wenn nicht auch seine Tochter Luna mitspielte, die schon bei “Kokowääh” gemeinsam mit ihrem Vater vor der Kamera stand. Dass Fahri Yardim nach Auftritten in Schweiger Filmen “Keinohrhasen”, “Kokowääh”, “1 ½ Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde” und “Männerherzen” eine Rolle im “Tatort” bekommt, stand offenbar auch nicht zur Debatte.

Die vielen Zugeständnisse scheinen dem 49-Jährige nicht zu reichen. “Ich habe keine Ahnung, wie man mit 22 Drehtagen und 1,3 Millionen Euro einen starken Neunzigminüter drehen soll”, verriet der Erfolgsproduzent im Interview mit Spiegel Online. Eine durchaus gewagte Kritik bei einem gebührenfinanzierten Programm. Zumal "Willkommen in Hamburg" Medienberichten zufolge der teuerste "Tatort" aller Zeiten war. So scheint für die ARD zu gelten, was für jeden Film mit einem der erfolgreichsten Schauspieler und Produzenten Deutschlands und was Schweiger selbst in einem Interview formulierte: "Wo Til Schweiger draufsteht, ist auch Til Schweiger drin." Nicht weniger aber auch nicht mehr 

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