Groupon feuert Gründer Andrew Mason

Andrew Mason ist nicht länger CEO von Groupon. Der 32-jährige Gründer des Online-Rabattportals wurde nach Handelsschluss an der Wall Street gefeuert. Der Rauschmiss war absehbar: Groupon hatte gestern ein desaströses Quartal mit weiter hohen Verlusten vorgelegt - und war in der Folge an der Börse um 25 Prozent unter die Räder gekommen. Andrew Mason verabschiedete sich bei seinen Mitarbeiter mit Stil: Er nahm die Schuld für die Geschäftsentwicklung voll auf sich.

Anzeige

Abgang mit Ansage: Andrew Mason ist nicht länger Vorstandsvorsitzender des angeschlagenen Online-Schnäpchenportals Groupon. Der nicht mal fünf Jahre alte Social-Commerce-Shootingstar, der von Mason im November 2008 gegründete wurde, war einer der größten Hoffnungsträger der jüngeren Internet-Geschichte.

Groupon galt in den ersten zwei Jahren als das am schnellsten wachsende Unternehmen der Welt. Im November 2011, gerade mal drei Jahre nach der Gründung, debütierte Groupon mit größten Ambitionen an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq. Am ersten Handelstag schossen die Groupon-Aktien um über 50 Prozent in Höhe und waren für einen kurzen Moment 20 Milliarden Dollar wert. Es sollte der Höhepunkt sein.

Vernichtende Quartalsbilanz brachte das Fass zum Überlaufen

Alles, was danach folgte, war ein langer, einsamer Abstieg. Groupon schaffte es einfach nicht, schwarze Zahlen zu schreiben. Nach beständigen Quartalsenttäuschungen verloren Anleger immer mehr das Vertrauen. Endgültiger Schlusspunkt gestern: Die Bekanntgabe der Geschäftsdaten für das abgelaufene vierte Quartal, in dem Groupon abermals 81 Millionen Dollar verlor und gleich den Ausblick auf das laufende Geschäft kassierte.

Die angeschlagene Groupon-Aktie implodierte daraufhin um weitere 25 Prozent an nur einem Handelstag. Die Quittung folgte nun 24 Stunden später: Der Aufsichtsrat zog die Reißleine und feuerte Mason nach Handelsschluss.

Andrew Mason: Große Worte zum Abschied

Der Groupon-Gründer, über dessen Demissionen bereits seit Monaten spekuliert wurde, nahm sein Aus erstaunlich gefasst. Tatsächlich schrieb Mason zum Abschied eine Mail an seine Mitarbeiter, wie man sie zum unfreiwilligen Ende eines Konzernschefs selten liest.

"Nach viereinhalb wunderbaren und intensiven Jahren als Groupon-CEO habe ich mich dafür entschieden, mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Nur Spaß – ich wurde gefeuert." Unter den legendären letzten Worten geschasster CEOs dürfte Mason schon jetzt ein Ehrenplatz sicher sein.

Wall Street feiert Party nach Mason-Abgang

Doch der 32-Jährige hatte noch mehr sagen: "Ihr macht einen großartigen Job bei Groupon und verdient es, dass Euch die Welt da draußen eine zweite Chance gibt. Dafür jedoch stehe ich im Weg", nahm Mason die Schuld für den drastischen Kursverfall an Börse auf sich. "Als CEO bin ich dafür verantwortlich."

Und mehr noch: "An alle, die sich jetzt Sorgen um mich machen – macht es nicht. Ich liebe Groupon und bin stolz, wie viel wir bis hierin erreicht haben. Ich kann damit leben, an dieser Stelle der Reise gescheitert zu sein…"  Große letzte Worte.  

An der Wall Street griff unterdessen der alte Zynismus: Der Kapitän hat das Schiff verlassen – und Anleger feiern eine Party. Die angeschlagene Aktie zog nachbörslich um 8 Prozent an. Neuer Interims-CEO wird Mitbegründer und Aufsichtsratsmitglied Eric Lefkofsky.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige