Bertelsmann übernimmt BMG komplett

Bertelsmann übernimmt die Mehrheit am Musikrechtehändler BMC und der Konzernchef kommentiert ungewohnt pathetisch: „Wir holen die Musik zurück in den Konzern“. Tatsächlich feiert ein Unternehmenszweig sein Comeback, der lange zum Mediengiganten gehörte, von dem man sich dann trennte und via Kooperation mit KKR wieder näherte. Jetzt kauft CEO Thomas Rabe von dem Finanzinvestor die Mehrheit an dem Rechtehändler. Über den Preis wurde offiziell Stillschweigen vereinbart. Im Vorfeld war allerdings von 500 Mio. Euro die Rede.

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„Jahre nach unserem Ausstieg aus dem traditionellen Musikgeschäft ist es uns im Verbund mit KKR gelungen, das weltweit viertgrößte Musikrechteunternehmen aufzubauen“, erklärt Rabe. BMG sitzt in Berlin, konzentriert sich überwiegend auf acht Kernländern und soll operativ sehr profitabel arbeiten. Die Kooperation zwischen dem Medienkonzern und dem Finanz-Experten war tatsächlich ein voller Erfolg. Der Europachef von KKR, Johannes Huth, meint sogar: „Das Modell der Partnerschaft zwischen Konzern und KKR hat sich bei BMG so stark bewährt, dass es in Zukunft sicherlich öfter zu sehen sein wird.“

„Die Erfolgsgeschichte von BMG ist beeindruckend“, findet auch Thomas Hesse, Bertelsmanns-Vorstand für Unternehmensentwicklung und Neugeschäfte. „Das Unternehmen arbeitet mit einer schlanken Organisation, einem hervorragend vernetzten Management und mit einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse von Künstlern, Songwritern und Rechteinhabern im digitalen Zeitalter. Wir werden dieses Geschäft langfristig betreiben und tatkräftig ausbauen.“

Bereits im Dezember hatte Bertelsmann-CEO Thomas Rabe gesagt: „Sollte KKR ausscheiden wollen, dann werden wir wohl die Mehrheit an BMG anstreben, gegebenenfalls mit anderen Partnern“.

Vor zwei Wochen wurde erst bekannt, dass BMG seinen Rechtstock um rund 170.000 Aufnahmen erweitern will. Die Berliner sollen eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet haben, um Sanctuary Records von Universal Music zu übernehmen. "Wir freuen uns sehr darüber, die Möglichkeit zu erhalten, mit dem außergewöhnlichen Line-up des Sanctuary-Katalogs arbeiten zu können", zitiert Musikmarkt.de den BMG-CEO Hartwig Masuch. "Wir haben nie ein Geheimnis daraus gemacht, eine neue starke Einheit innerhalb der Musikindustrie zu schaffen, die sich darauf konzentriert, Services anzubieten und Einnahmen für Künstler zu generieren."

Zum Katalog von Sanctuary zählen überwiegend Metal-Bands wie Black Sabbath, Megadeth, Motörhead und Iron Maiden. Der Deal bedarf jedoch noch der Zustimmung der europäischen Kartellbehörden.

Das Archiv von BMG ist noch weitaus größer. So verwalten die Berliner mehr als eine Million Songrechte, darunter Werke von Künstlern wie Bruno Mars, Duran Duran, Gossip, Johnny Cash oder Will.i.am.

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