Wie der Bild-Chef um die Google-Brille bettelt

Noch bis heute können sich Nutzer bei Twitter und Google+ um die Datenbrille Google Glass bewerben. Dafür sollen sie in wenigen Worten berichten, was sie mit dem Produkt tun würden und warum sie die richtigen Tester wären. Bedingung: Man muss mindestens 18 Jahre alt sein und in den USA leben. Das tut Bild-Chefredakteur Kai Diekmann nur noch bis Juni, was ihn jedoch nicht davon abhält kräftig die Werbetrommel für sich in Sachen Google Glass zu rühren.

Anzeige

Los ging es am 23. Februar. Da fragt Diekmann seine Follower bei Twitter um Rat. Wie könnten sich er und der Rest des Springer-Teams am besten um die Google Glasses bewerben? Er twittert: "Help! Is there any creative idea, why the german AS-Team in Palo Alto should become a Glass Explorer? #ifihadglass." Der Beitrag wird natürlich von Bild.de geretweetet.
Am 25.Feburar geht es dann richtig los. Tweet mit Foto und der Begründung, warum Diekmann Glass-Nutzer werden muss (mit groß geschriebene HAVE): "I look so much more handsome with them!" Kurz darauf die nächste Begründung. Mit den Glasses könnte Diekmann alle seine Leute in Deutschland virtuell in das Silicon Valley mitnehmen. Der Tweet erhält acht Bild-Retweets. Unter anderen von: Bild.de Unterhaltung, Bild Politik, Bild.de Sport, Bild.de News und Bild.de. 

Der bislang letzte Beitrag zum Thema: "#ifihadglass I would probably have a very different view on Google #LSR" –also zu deutsch: Mit der Datenbrille würde er das geplante Leistungsschutzrecht vermutlich ganz anders sehen. Für diesen Tweet gab es eine Favoriten-Markierung von Google-Sprecher Kay Oberbeck.
Ob das alles reicht, um von Google als Nutzer der ersten Stunde ausgewählt zu werden? Sicherheitshalber schießt Bild.de via Twitter noch einmal nach, schreibt: "Leute, wir brauchen eure Hilfe! Wir wollen eine Glass-Brille von Google. Könnt ihr diesen Tweet mal retweeten", und verweist auf den ersten "Bewerbungs-Tweet" von Diekmann. Trotz knapp 130.000 Followern ließen sich jedoch nur wenige Nutzer einspannen. Der Diekmann-Tweet wurde weiterhin nur 13-mal geteilt.
So wie es aussieht, muss der Bild-Chef wohl auf sein neues Technik-Spielzeug verzichten oder alternativ mittlerweile schon mehr als 15.000 Dollar auf eBay bieten. Einziger Trost: Kollege Wolfgang Blau wird vermutlich auch auf diie Google Glasses verzichten müssen. Dabei war sein Vorschlag journalistisch gesehen gar nicht schlecht: "Wenn ich die Glasses hätte würde ich sehen wollen: Die Lobbyismus-Daten von Politikern, während ich mit ihnen rede".

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige