Tennisstar: Karriere-Aus wegen Facebook

Facebook, Twitter & Co machen die Welt zu einem besseren Ort? Nicht immer: Es gibt auch Menschen, die unter den Social-Media-Overkill zusammenbrechen. Vor allem, wenn es persönlich wird. Die kanadische Tennisspielerin Rebecca Marino ist so ein Fall: Die einstige Nummer 38 der Weltrangliste erklärte ihre Karriere für beendet, weil sie mit den Anfeindungen im Social Web nicht mehr zurecht kam. Ihren Facebook- und Twitter-Account löschte sie – und trat vom aktiven Tennis zurück.

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Die Welt ist nicht nur voller wohlmeinender, freundlicher Fans. Manchmal klatschen sie für den Gegner, manchmal rufen sie seltsame Parolen. All das bleibt im Stadion oder auf dem Centre Court – sollte man meinen. Nicht so im Social Media-Zeitalter. Mittlerweile kann jeder Fan jedem online auf die Pelle rücken.

Schmähungen bleiben da nicht aus – 140 Zeichen bei Twitter sind schließlich schnell dahingeschrieben. Doch was die meisten Sportler überhaupt nicht wahrnehmen, hat bei Rebecca Marino heftige Spuren hinterlassen. "Schmor in der Hölle" oder "Stirb doch", lauteten einige der schlimmsten Messages bei den üblichen Social Media-Sites.  

"Die wirklich verletzenden Nachrichten bleiben bei einem"

Die aufstrebende kanadische Tennis-Hoffnung, die noch Mitte 2011 den 38.  Platz der Tennis-Weltrangliste belegte, hat nun ihre Karriere wegen Anfeindungen auf Twitter und Facebook beendet. "Social Media hat seine Tribut gefordert", sagte die heute 22-Jährige dem US-Blog Mashable.

Sie habe nach Niederlagen immer wieder Anfeindungen im Netz lesen müssen – auch, dass Leute, die Sportwetten auf sie abschlossen, Geld verloren hatten. "Die wirklich verletzenden Nachrichten bleiben bei einem", erklärte die Kanadierin in einer Pressekonferenz zu ihrem Rücktritt vom Tennis.

"Die wirklich verletzenden Nachrichten bleiben bei einem"

Marino litt seit sechs Jahren unter Depressionen, die sich unter dem Einfluss des "Cybermobbings" verstärkt hätten. Sie habe eine dickes Fell, aber die "verletzenden Worte" auf Twitter und Facebook hätten die Kanadierin zu sehr getroffen. "Social Media spielt eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft und hat auch seine guten Seiten", sagte Mariano zu Mashable, gab aber gleichfalls zu, sich in der Social Media-Welt verloren zu haben.

Als Folge habe die kanadische Tennisspielerin ihren Facebook- und Twitter-Account gelöscht. Statt darüber zu spekulieren, ob Marino ihre Karriere noch mal fortsetzen werde, stellte Mashable lieber eine andere Frage in den Raum: "Es ist unklar, ob Marino zu den Seiten (Facebook und Twitter) in der Zukunft zurückkehren wird."

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