Der Vorgesetzte als Karriere-Coach

Ein Trainingsplan für die Karriere: Den wünschen sich viele Arbeitnehmer von ihrem Vorgesetzten. Welche Stärken lassen sich ausbauen? Und welche Hürden gilt es zu nehmen, um die nächste Sprosse der Karriereleiter zu erklimmen? Während das Coaching von Angestellten in Großkonzernen längst Routine ist, haben Mittelständler noch Nachholbedarf. Beinahe die Hälfte der Mitarbeiter setzt hier vergeblich auf den Chef als Helfer bei der Planung der eigenen Karriere. Dabei liegen die Vorteile auch für kleinere Unternehmen auf der Hand.

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Diese Unternehmen konkurrieren mit Großkonzernen um dieselben Bewerber. Wer seinen Angestellten nicht nur einen Job in Aussicht stellt, sondern Hilfe bei der Karriereplanung, positioniert sich so als interessanter Arbeitgeber am Markt. Denn 88 Prozent der Arbeitnehmer ist es wichtig, einen Vorgesetzten zu haben, der sie in Karrierefragen beraten kann. Das hat eine Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half unter 6000 Büroangestellten ergeben.

Demnach bekommen immerhin 28 Prozent zumindest einmal im Jahr ein Coaching durch ihren Chef, bei rund einem Drittel fällt die Beratung durch den Vorgesetzten völlig flach. Dabei gehen drei Viertel der Befragten davon aus, dass solch ein Coaching die eigene Produktivität und Motivation erhöhen würde. Die Studie hat dabei vier unterschiedliche Typen von “Coaches” identifziert:

Der Entscheider-Coach setzt auf Effizienz und rasche Umsetzung. Von Smalltalk hält er nichts, die Anforderungen an sein Team sind hoch. Wer ihm gegenüber selbstbewusst Auftritt, hat gute Chancen, auch eigene Erfolge feiern zu können.

Der kollaborative Coach denkt im Team. Er will nicht durch starre Vorgaben führen, sondern seine Mitarbeiter ständig motivieren, selbst aktiv zu werden. Wer sich hier gut integriert, hat gute Chancen.

Der Überzeuger-Coach setzt Kreativität über alles. Er versteht sich als Ideenstifter und will, dass seine Mitarbeiter auch außerhalb festgelegter Grenzen denken – auch mit Blick auf ihre Karriere. Ziele gibt dieser Typus Vorgesetzte vor, beim Erreichen sind seinen Angestellten allerdings kaum Grenzen gesetzt.

Der Diagnostiker-Coach setzt auf einen analytischen Führungsstil. Dabei fördert er die Stärken seiner Mitarbeiter, setzt aber auch ein gelungenes Zeitmanagement voraus. Problemlösung ist sein Steckenpferd, allerdings will er dabei auch permanent über laufende Prozesse informiert werden.
Eine Herausforderung im Karriere-Coaching ist, dass nicht alle Arbeitnehmer gleichermaßen auf das Coaching reagieren. Unterschiedliche Persönlichkeiten brauchen ein individuelles Training. Um heraus zu finden, zu welcher Typ-Kategorie die Mitarbeiter gehören, bietet etwa Mosaiq Media außerdem eine Persönlichkeitsanalyse mit der Insights-Methode an. Hier werden die Angestellten einem Typ mit der Farbe Rot, Gelb, Grün oder Blau zugeordnet, wobei jede Farbe für bestimmte Charaktereigenschaften steht. Das Spektrum reicht vom machtorientierten Vorstandstyp bis zum harmoniebedürftigen Teamplayer.

"Ein professionelles Karriere-Coaching ist ein gutes Mittel, um Mitarbeiter lange und eng an die eigene Firma zu binden und zugleich die Produktivität des Unternehmens zu verbessern", erklärt Sladjan Petkovic, Director bei Robert Half International. Vorgesetzte sollten sich deswegen darüber klar werden, dass dies zu ihrem Aufgabenbereich gehört und verstärkt den Austausch mit den eigenen Mitarbeitern sowie der Personalabteilung suchen.

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