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Ist OK! Daily 89 Cent pro Woche wert?

Der Klambt Verlag startet mit OK! Daily ein tagesaktuelles People-Magazin für das iPad als Ableger seines wöchentliches Klatschmagazins OK!. Jeden Morgen um 7 Uhr soll eine frische Ausgabe in den Apple-Zeitungskiosk geliefert werden. Eine Woche lang kann man OK! Daily gratis lesen, danach verlängert sich das Abo automatisch kostenpflichtig für 89 Cent pro Woche. Die Premieren-Ausgabe befasste sich natürlich mit der Oscar-Verleihung aus der Nacht zuvor. Wir haben uns die neue App genauer angeschaut.

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Was könnte naheliegender sein, als ein neues People-Digitalmagazin pünktlich zur Oscar-Verleihung zu starten? Die erste Ausgabe von OK! Daily ist pickepackevoll mit Bildern des glamourösen Hollywood-Gipfeltreffens. Die Fotos von der stolpernden Jennifer Lawrence, vom bärtigen Ben Affleck und der strahlenden Anne Hathaway bietet OK! Daily zum angenehmen Durchwischen in gefälligem Layout und bewährter iPad-Manier. Ein Mehrwert zu den vielen, vielen Web-Angeboten, die genau die gleichen Bilder, teils mit mehr Text auch zu bieten hatten, wird aber nicht ersichtlich. Der einzige Unterschied ist das Ausgabe-Medium iPad.

Hier und da sieht man der Premieren-Ausgabe der App auch an, dass sie unter großem Zeitdruck entstanden sein muss. Da gibt es ein Foto von Christoph Waltz, wie er den Oscar hält und in der Bildunterschrift steht etwas von der “rührenden Rede” mit der er sich für die abermalige Auszeichnung bedankte. Klickt man auf das hinterlegte Video, sieht man aber nicht etwa einen Ausschnitt der Rede, sondern einen Ausschnitt aus einer Pressekonferenz nach der Verleihung. Ungeschnitten, unkommentiert, inklusive der Wortzuweisungen eines Mitarbeiters. Das mag auf den arglosen Leser ein wenig irritierend wirken.

Offenbar eine feste Rubrik ist ein Daily Planner, ein Kalenderblatt mit allerlei tagesaktuellen Einträgen, einem TV-Tipp etwa oder einem Shopping-Tipp. Warum aber ist die angepriesene Handtasche für 75 Euro nicht verlinkt? Die kaufwillige iPad-Leserin wundert sich womöglich. Außer dem Video und einer Bildergalerie sowie scheinbar wahllos verteilte Links auf die Homepage von OK! waren keine interaktiven Elemente zu entdecken. Okay – 89 Cent pro Woche, das ist nicht viel. Für das hier gebotene womöglich aber doch zu viel. Vom Konzept her erinnert OK! Daily nicht nur wegen des Namens an The Daily, die eingestellte iPad-Tageszeitung von Rupert Murdoch. The Daily war ähnlich billig (99 Cent pro Woche), aber ungleich aufwändiger produziert und bot viel mehr Inhalte – trotzdem war es ein krachender Misserfolg.

Übrigens: Wer OK! Daily auf sein iPad lädt, geht ein kostenloses Probeabo ein, das sich nach einer Woche automatisch verlängert und kostenpflichtig wird. Man kann die Verlängerung des Abos nur über eine recht versteckte Funktion in den Einstellungen des iPads, mit dem das Abo abgeschlossen wurde, ausschalten. Die Unsitte der sich selbst verlängernden Probeabos hält nun also auch in der Digitalwelt Einzug. Aus Leser- und Kundensicht ist das nicht zu begrüßen.

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