Intendant Bellut will ZDFkultur einstellen

Das ist sehr selten: Ein öffentlich-rechtlicher Sender verzichtet freiwillig auf einen Kanal. Wie das ZDF via Pressemitteilung erklärt, will Intendant Thomas Bellut den Digitalkanal ZDFkultur in seiner jetzigen Form einzustellen. Anders könnten die Mainzer, die von der Politik geforderten Sparmaßnahmen zu Beitragsstabilität nicht umsetzen. Nur wenigen wird der Sender allerdings fehlen. Im Gesamtpublikum lieg der Marktanteil im Jahresdurchschnitt bei 0,1 Prozent. Auf denselben Wert kommt der Kulturkanal auch in der Zielgruppe.

Anzeige

Bellut schlägt dem ZDF-Fernsehrat und den Bundesländern nun die Einstellung von ZDFkultur vor. Diese müssten in letzter Instanz entscheiden. Bis dies geschehen ist soll ZDFkultur „so rasch wie möglich auf ein Wiederholungs- und Schleifenmodell umgestellt werden“. Die anerkannt innovativen Programmformate sollen dagegen von ZDFneo und 3sat übernommen werden.
In der Argumentation zur Sender-Einstellung unterschlägt Bellut allerdings geschickt, dass sein Haus erst auch durch den Start von ZDFkultur und ZDFneo, den vorgegebenen Kostenrahmen überschritten hatte.
Als zusätzliche Sparmaßnahmen sollen weitere Plattformredaktionen geschaffen werden, um Kompetenzen im Sender weiter zu bündeln und damit Synergien zu erhöhen. So soll die bislang von Guido Knopp geleitete Redaktion Zeitgeschichte mit der Redaktion, die "Terra X" produziert, zu einer Plattform Geschichte zusammengeführt werden. Die Service-Sendung "Volle Kanne – Service täglich" wird mit "WISO" ebenfalls zu einer Plattformredaktion verschmolzen.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige