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Höcker geht gegen ARD-Amazon-Doku vor

Die ARD-Reportage “Ausgeliefert” über die Arbeitsbedingungen bei Amazon sorgt immer weiter für Aufregung. Jetzt hat der bekannte Medienanwalt Ralf Höcker die ARD im Auftrag des Job-Touristikunternehmens CoCo aus Leipzig abgemahnt. Höcker vertritt auch die in der Reportage kritisierte Sicherheitsfirma. Die Leipziger Firma, die für Transport und Unterbringung ausländischer Leiharbeiter von Amazon verantwortlich war, spricht von falschen Behauptungen und böswilligen Unterstellungen in dem ARD-Film.

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Die Firma CoCo Job-Touristik GmbH & Co KG war von Amazon mit dem Transport, der Unterbringung, der Verpflegung und dem Schutz von Leiharbeitern beauftragt. Allesamt Bereiche, die in der Doku “Ausgeliefert” vom Hessischen Rundfunk massiv kritisiert wurden. In dem ARD-Film war die Rede von “heruntergekommenen Massenquartieren”, es wurde an den Zuständen in den Unterkünften harsche Kritik geübt. Sicherheitskräfte hätten Arbeiter unter Druck gesetzt und eingeschüchtert.

In dem Film war außerdem die Rede davon, dass Mitarbeiter der Security-Firma Hess rechtsradikaler Gesinnung seien. Belegt wurde dies u.a. damit, dass zwei Sicherheits-Mitarbeiter Kleidung der Marke Thor Steinar trugen, die bevorzugt in rechtsextremen Kreisen getragen wird. Ralf Höcker, der u.a. auch Jörg Kachelmann in Medienfragen vertritt, hat im Auftrag von CoCo und Hess den Hessischen Rundfunk abgemahnt. Die Abmahnung von Hess wurde vom HR zurückgewiesen. Im Falle von CoCo steht eine Reaktion des Senders noch aus. Das weitere Vorgehen werde nun geprüft, so Höcker zu MEEDIA.

Die Firma Hess hat bereits kurz nach der Ausstrahlung des Films mit einer Presseerklärung reagiert, in der sie die Vorwürfe der ARD zurückweist. Die Firma CoCo hat nun ihrerseits eine ausführliche Stellungnahme veröffentlicht, in der ebenfalls die Kritikpunkte aus dem ARD Film als falsch bezeichnet werden. Die Firma schreibt, sie sehe sich einer Medienkampagne “mit zahlreichen falschen Behauptungen und böswilligen Unterstellungen” ausgesetzt. Bei den Unterkünften für die Leiharbeiter handle es sich um ordentliche Ferienanlagen. Diese – wie im Film geschehen – als “heruntergekommen” zu bezeichnen, sei ein “starkes Stück”. Ein Speiseraum im Keller eines Hotels, der in dem ARD-Film in einer gezeigten E-Mail vorkam ("… im Keller des Restaurants abgefüttert wie die Schweine."), existiere überhaupt nicht. “Das ist schlicht eine Erfindung der ARD-Journalisten, gegen die wir auch juristisch vorgehen”, so die Stellungnahme der Firma.

Ralf Höcker sagt dazu: „Unser Problem ist: Wer einen ARD-Beitrag sieht, vermutet nicht, dass die Reporter unseriös arbeiten. Kein Zuschauer rechnet damit, dass ARD-Journalisten Vorwürfe erfinden oder maßlos übertreiben, um eine gute Geschichte zu bekommen. Genau das ist hier aber passiert.“ Laut Höcker hat der HR der Firma Hess einen weiteren Fragenkatalog vorgelegt, der auf eine Folgeberichterstattung in der Sache schließen lässt.

Amazon hatte nach der Aufregung um den ARD-Bericht erklärt, die Security Firma Hess nicht weiter zu beschäftigen. Auch das Vertragsverhältnis mit der Firma CoCo lief aus. Laut CoCo sei es jedoch falsch, dass Amazon den Vertrag – wie vielfach berichtet wurde – gekündigt habe: “Fakt ist, dass der Vertrag zum Ende der Saison ausgelaufen ist und zunächst nicht verlängert wird. Durch die aus unserer Sicht ziemlich dürftige Kommunikation von Amazon, die obendrein offensichtlich aus den USA gesteuert wird, wurde aus dem Vertragsende ein ‘gefeuert’.” Mittlerweile haben sich auch betroffene Leih-Arbeiter von Amazon zu Wort gemeldet und den Darstellungen der ARD-Reportage in Teilen widersprochen.

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