Google Glasses: Tester zahlen 1.500 Dollar

Das aktuelle Vorzeige-Projekt von Google, die intelligente Datenbrille Google Glasses, nimmt langsam Gestalt an. In einem jüngst veröffentlichten Video werden die Funktionen der Brille deutlicher. In den USA können sich nun erste Tester bewerben – öffentlich, so dass dies direkt als virale Werbung dient. Die spannendste Frage aber bleibt: Werden genug Kunden sich so ein Gerät ins Gesicht setzen? Deshalb holt Google offenbar nun Experten an Bord.

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Es sind eindrucksvolle Bilder, die Google in seinem gut zwei Minuten langen Video zu Google Glasses präsentiert. Mit dem Produkt haben sie dabei jedoch nur am Rand zu tun. Aufnahmen von Heißluftballonfahrt, Achterbahntripp und anderen Events. Alles aus der Sicht der jeweils agierenden Person. Dezent im Hintergrund: Die Funktionen des Google-Produkts, das am Rand zusätzliche Informationen anzeigt, ein Video oder Foto aufnimmt oder einen Videochat projiziert.
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Trotzdem oder gerade deswegen: Das Video macht Lust auf mehr. Und mehr gibt es nun auch, zumindest für einige Amerikaner. Google sucht öffentliche Tester. Bis Mittwoch können sich Interessierte via Google+ oder Twitter mit dem Hashtag #ifihadglass bewerben. In ihrem Kurzbeitrag sollen sie schreiben, was sie mit dem Produkt tun würden. Google wählt aus den Bewerbern – die auf diese Art in den sozialen Netzwerken viral Werbung für Google Glasses machen – diejenigen aus, die das Produkt bekommen. Für die werden dann trotzdem 1500 Dollar fällig. Außerdem müssen sie die Brille persönlich bei einer Veranstaltung in New York, San Francisco oder Los Angeles entgegennehmen.
Im Video wird deutlich, dass die Google-Brille über eine Sprachsteuerung verfügen soll. Mit dem Kommando "Ok, Glasses", lässt sich das Gerät aktivieren. Vorab sind bereits weitere technische Details bekannt geworden. Wie The Verge berichtet wird die Brille via USB aufgeladen werden, aber auch eine andere Lade-Funktionalität werde gelistet. Außerdem verfügen die Glasses demnach über eine WLAN- und eine Bluetooth 4.0-Verbindung. Die Internet-Verbindung könnte so über das Smartphone hergestellt werden. Interessant ein weiteres Detail: Der Sound könnte über so genannte "Bone conduction"-Technologie hergestellt werden. Dabei würden die Schädelknochen zur Vibration gebracht und so der Ton erzeugt.
Google Glasses klingt in vielen Bereichen nach Science-Fiction. Wichtig wird aber die Frage sein: Wollen die potentiellen Käufer das überhaupt? Anders als ein Smartphone können die Brillen von Google schlecht in eine Tasche verschwinden, sondern prangen im Gesicht. Neben der technischen Seite gibt es also auch eine modische Komponente. Dafür holt sich der Tech-Konzern offenbar Hilfe von Außen. Laut der New York Times verhandelt Google derzeit mit Warby Parker, einem Start-up, das sich auf trendige Brillen spezialisiert hat. Die US-Zeitung beruft sich dabei auf zwei an den Verhandlungen beteiligte Personen. Die Unternehmen selbst bezogen dazu bislang keine Stellung.
Sicher scheint aber: Google will sein Projekt Glasses nun auf jeden Fall angehen, mit neuer Website, PR-Offensive, Erfahrungsberichten aus dem Praxistest und womöglich Partnern und eigenen Shops. Google Glasses könnte das nächste große Ding sein und einen neuen Markt eröffnen, so wie das iPad von Apple es tat. Oder aber es wird der größe Flop, den Google bislang produziert hat.

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