“Geh doch ins PEP, du Depp!”

Mit dem Weggang von Waltraut von Mengden wird die Zeitenwende beim Münchner Verlag MVG (Cosmopolitan) besiegelt. Und dann auch noch dieser anstehende Umzug von Bogenhausen ins proletarische Neuperlach... Bei stern.de hatten sie diese Woche mit einer Zwangspause zu kämpfen. Bild-Autor Alexander von Schönburg bekam bei der Lektüre des neuen Schirrmacher-Buches Gehirnmuskelkater und Roland Berger empfiehlt Schirrmacher und Dr. Döpfner den Umzug nach Cottbus.

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Adé, alte MVG. Erst übernimmt Bauer Media den Münchner Glitzi Verlag (Cosmopolitan, Joy, Shape). Dann scheidet der seit einer gefühlten Ewigkeit dort wirkende GF Albrecht Hengstenberg aus. Es folgte die Ankündigung, dass die MVG vom feinen Münchner Stadtteil Bogenhausen (Arabellastraße) ins – nun ja – proletarisch geprägte Neuperlach umziehen muss. Und diese Woche wird nun auch noch bekannt, dass Waltraut von Mengden – jahrelang die Verkörperung von MVG – die Segel streicht. Die MVG ohne Albrecht Hengstenberg und Waltraud von Mengden – für Münchner Medien-Gspusis fast unvorstellbar. Journalist Dorin Popa twitterte bereits anlässlich des anstehenden MVG-Umzugs von Bogenhausen nach Neuperlach: “Schade, dass Hengstenberg nicht mehr MVG-Chef ist. Im weißen Rolls-Royce nach Neuperlach, das hätte Stil gehabt.” Und von Frau von Mengden kann man sich auch nur schwer vorstellen, wie sie zur Mittagspause von der Münchner Bauer-Zentrale in der schmucklosen Charles-de-Gaulle-Straße ins nahe Perlach Einkaufs Paradies PEP flaniert (Straßenslogan in München: “Geh doch ins PEP, du Depp!). Bleibt die bange Frage, was nun aus dem Nagel- und Sonnenstudio Fuchs am Rosenkavaliersplatz in unmittelbarer Nähe zum bald alten MVG-Standort wird. MVG-Mitarbeiterinnen machen dort einen nicht unbeträchtlichen Teil der Kundschaft aus. Habt keine Angst, liebe Freunde und Freundinnen der Nagelpflege: Burda bleibt ja vor Ort in der Arabellastraße. Und das Nagelstudio Fuchs könnte sich überlegen, eine Filiale im PEP zu eröffnen. Gleich gegenüber vom Pimkie.

Hilfe, wir sind offline! So erging es diese Woche der Redaktion von Stern.de. Ein Stromausfall legte die Server von Gruner + Jahr sechs Stunden lang lahm und koppelte die Web-Redaktion vom Netz ab. Via Facebook und Twitter hielten die Redakteure so gut es ging den Kontakt zur Außenwelt aufrecht. Und was macht so ein Online-Redakteur während einer Zwangspause? Er verschlingt Currywurst in der Kantine, trinkt Kaffee – und verfasst hinterher einen feinen, kleinen Text darüber, wie es ist “entnetzt” zu sein.

Zu Beginn der Woche berichteten wir über das neue Buch “Ego” von FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher und wie dessen Inhalt von der Tageszeitung Die Welt ordentlich zerpflückt wurde. Einen ganz anderen Lese-Eindruck von “Ego” hatte Bild-Autor Alexander von Schönburg. Bei ihm verursachte die Lektüre des neusten Schirrmacher-Werkes “Gehirn-Muskelkater”. Falls dem Bild-Leser dann aber überraschenderweise doch die Zeit fehlen sollte, die aktuelle Nummer Eins der Sachbuch-Bestseller-Liste zu verkonsumieren, bekommt er von von Schönburg ohne weitere Erklärung ein paar Knallersätze aus dem Schirrmacher-Opus zum freihändigen Zitieren um die Ohren gehauen. Für ein Date empfiehlt er zum Beispiel diesen Satz: „Die Algorithmen von Cataphora treffen aus einer hochkomplexen statistischen Korrelation Aussagen über die Seelenökonomie des Charakters!“ Treffender kann man es wahrscheinlich nicht sagen.

Solche Hammer-Sätze könnte Dr. Frank Schi. bald in seinem neuen Arbeitsstübchen im schönen Cottbus zurechtdengeln. Jedenfalls, wenn er dem Rat von Berater Roland Berger folgt. Berger hat Schirrmacher und dem Vorstandschef der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, via Zeit-Interview vorgeschlagen, doch von Potsdam nach Cottbus umzuziehen. Zitat: “Potsdam ist nicht weit, dort wohnen Springer-Chef Döpfner und FAZ-Herausgeber Schirrmacher. Persönlichkeiten dieses Kalibers müsste man zum Umzug in die doch attraktive Region bewegen. Es braucht noch mehr Enthusiasten.” Darum habe sich er, Berger, ganz enthusiastisch für eine Professur in Cottbus entschieden. Weil er dort “dringender gebraucht” werde. Ganz schön selbstlos. Wohnen tut der Berger dann aber doch lieber in München. Und zwar wahrscheinlich ziemlich weit weg vom PEP.

Schönes Wochenende!

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