FR: Türkischer Verleger aus dem Rennen

Der Gläubigerausschuss der Frankfurter Rundschau hat das Angebot des türkischen Verlegers Burak Akbay für zu niedrig befunden. Das vermelden mehrere Medien unter Berufung auf eine E-Mail an die Mitarbeiter. Demnach bleibt nur die FAZ als möglicher Käufer der FR. Für etwa 340 Mitarbeiter herrscht schon länger Gewissheit: Sie werden unabhängig vom Käufer des insolventen Unternehmens nicht weiter beschäftigt. Sie erhielten im Laufe der Woche ein Vertragsangebot für den Wechsel in eine Transfergesellschaft.

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Wie der Hessische Rundfunk schreibt, hat die Insolvenzverwaltung die FR-Mitarbeiter über die Entscheidung in einer E-Mail am Freitagmorgen unterrichtet. Laut der Nachricht sei das Angebot als "nicht ausreichend" bewertet worden. Die Gläubiger würden die Tragfähigkeit von Akbays Unternehmenskonzept bezweifeln, bestätigte ein Sprecher der FR-Insolvenzverwaltung der Rundfunkanstalt. Zudem sei er Kaufpreis "weiterhin deutlich zu niedrig". Auch die angebotenen Sicherheiten reichten nicht aus.
Eine Übernahme durch die FAZ wird derzeit von den Kartellbehörden geprüft. Der Kauf wird nur im Rahmen einer so genannten Sanierungsfusion möglich sein. Die kann nur dann vorliegen, wenn kein alternatives, ernsthaftes Angebot existiert. Bedeutet im Klartext: Die Bewertung des Angebots von Akbay ist ausschlaggebend, ob die FAZ kaufen darf oder nicht.
Unabhängig vom Käufer haben im Laufe der Woche bereits 340 der insgesamt 450 Beschäftigten Gewissheit über hre Zukunft erhalten. Ihnen wurde ein Angebot für eine Transfergesellschaft unterbreitet. Wie der Hessische Rundfunk berichtet, handelt es sich bei den Betroffenden um die Personen, die bei keinem der beiden zuvor verhandelten Übernahme-Szenarien übernommen würden.
Demnach haben offenbar beide potentiellen Investoren kein Interesse an den FR-Außenredaktionen im Rhein-Main-Gebiet, da alle dort Beschäftigten ein Angebot für die Transfergesellschaft erhalten haben. Das Handelsblatt schreibt zudem, dass neben den etwa 340 Mitarbeitern im Verlag noch 60 bis 70 Beschäftigte aus Tochtergesellschaften zum Ende des Monats ihren Job verlieren dürften 
Unter Berufung auf Teilnehmer einer Betriebsversammlung der Frankfurter Rundschau bestätigt der HR, was bereits seit Wochen im Raum steht: Demnach hatte der türkische Investor Burak Akbay vor, deutlich mehr Mitarbeiter weiter zu beschäftigen, als die FAZ es plant. Akbay wollte 80 Personen im Verlag und weitere 30 in der Druckerei behalten. Die FAZ hingegen plane eine Minimallösung. An der Druckerei hat sie kein Interesse und auch im Verlag sollen deutlich mehr Stellen wegfallen. Lediglich 28 Angestellte würden dem Angebot nach weiter beschäftigt werden.
Für 52 Mitarbeiter im Verlag und die 30 Druckerei-Beschäftigten, die noch kein Angebot für die Transfergesellschaft erhalten haben, heißt bedeutet das nun vermeldete Aus für das türkische Übernahmeangebot demnach ebenfalls den Jobverlust.

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