PS4: Sonys Produktshow ohne Produkt

Sony hatte gerufen, und rund 500 Journalisten waren aus aller Welt angereist. Der Hammerstein Ballroom im New Yorker Manhattan Center war bis zum letzten Platz gefüllt. Sieben Jahre hatten Fans auf die neue Konsolengeneration gewartet, der Konkurrenzdruck durch Microsofts Xbox 720 ist enorm. Und was präsentierte Sony? Einen Controller! Worauf werden die Spiele gespeichert? Wie teuer wird die Konsole? Der von Rekordverlusten gebeutelte Konzern lässt seine Fans lieber noch im Dunkeln.

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Immerhin einen Controller hat die neue Playstation 4, so viel steht schon einmal fest. Angelehnt an das Design des Vorgängers verfügt die neue Steuereinheit noch über einen Touchscreen auf der Vorderseite. Die Konsole soll den Dual Shock 4 mittels einer Stereokamera, ähnlich dem Kinect-Modell von Microsoft, dreidimensional im Raum erkennen können. Auf seine speziellen Move-Controller will Sony aber wohl weiterhin nicht verzichten.

Die Hardware der PS4 basiert auf PC-Komponenten. Ein AMD-Prozessor mit acht Kernen soll für die nötige Rechenpower sorgen, die Grafikkarte soll ebenfalls auf PC-Architektur basieren. Damit macht Sony es Entwicklern leichter, Spiele für die Konsole zu adaptieren. Die Playstation-Software selbst soll ebenfalls offener, sozialer werden. Über einen Share-Button auf dem Controller sollen Spieler das Erlebte einfacher mit Freunden teilen können. Über den Streaming-Anbieter UStream sollen sich künftig leicht Zusammenschnitte aus Spielsequenzen erstellen und mit anderen teilen lassen.

Kurzum: Sony bringt erwartbare Hardware und will seine Software “social” machen. Dabei verschwieg der Konzern allerdings wirklich wichtige Informationen. Etwa die Kosten. Spekuliert wird ein Preis zwischen 400 und 500 Dollar. Einen genauen Starttermin bleibt Sony außerdem schuldig. “Zur Weihnachtssaison” soll die Playstation 4 in den Handel kommen. Weitere Details wird man wohl erst zur Spielemesse E3 erfahren.

Der Vorgänger ging seit 2006 rund 77 Millionen Mal über die Ladentheke. Um die Fans für die neue Generation zu begeistern, hätte es schon etwas mehr gebraucht als einen Controller. Man stelle sich vor, wie Apple-CEO Tim Cook den neuen iMac enhüllt – aber der geladenen Presse nicht mehr als eine Tastatur präsentiert. Sony versuchte darüber hinwegzutäuschen, indem man beeindruckende Grafikdemos künftiger PS4-Spiele auf der Leinwand präsentierte. Ob die Konsole dann bei Erscheinen auch dieses Versprechen einlösen kann, wird sich noch zeigen.

So ist davon auszugehen, dass im Hintergrund noch ordentlich an der Technik gefeilt wird. Denn die nächste Playstation muss ein Erfolg werden. Seit Jahren schreibt Sony rote Zahlen. 2012 fuhr man einen Rekordverlust von 4,3 Milliarden Euro ein. Und schon bald wird der Gegenangriff auf Redmond erwartet, wenn Microsoft seine nächste Xbox vorstellt.

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