VDZ: „Google ist kein Taxifahrer“

Eine kleine Kampagne mit großer Wirkung: In seinem Kampf gegen ein Leistungsschutzrecht hat Google in rund 600 Berliner Taxis die Kopfstützen mit einem LSR-kritischen Zitat des Journalisten Mario Sixtus bedrucken lassen. Jetzt antworten die Verleger. Für sie sei Google kein Taxifahrer, „der die Gäste dahin bringt, wohin sie wollen, sondern praktisch der einzige Taxifahrer, der unterwegs ist und damit auch die Spielregeln zum eigenen Vorteil bestimmen kann“, heißt es in einer Stellungnahme des VDZ.

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Damit reagiert der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger direkt auf das Sixtus-Zitat zum Standpunkt der Verlage: "Mit der gleichen Logik könnte ein Restaurantbesitzer von Taxifahrern Geld verlangen, die ihm Gäste bringen“, hatte der Journalist geschrieben.

"Mit unserer Taxi-Kampagne verdeutlichen wir die Absurdität des geplanten Gesetzes", erklärt Google-Sprecher Kay Oberbeck die Idee hinter Kampagne. "Nach aktuellen Zahlen leiten wir pro Monat 6 Milliarden Klicks auf Verlagsangebote weltweit weiter. Die Artikel der Zeitungen werden nicht ‚bei Google‘, sondern auf den Verlagsseiten online gelesen. Google ist im übertragenen Sinn das ‚Taxi‘, das den ‚Restaurantbesitzern‘, also den deutschen Presseverlagen, im Schnitt bis zu 50 Prozent ihrer Leser liefert“.

Der VDZ dagegen weist noch einmal daraufhin, dass das Leistungsschutzrecht den Verlegern das Recht geben soll, „als Unternehmer selbst über die Nutzung der Inhalte zu entscheiden. Die teure und große Google-Kampagne dagegen zeigt, dass das Unternehmen mit weit über 90 Prozent Marktanteil äußersten Wert darauf legt, dass das geistige Eigentum der Verlage mit Ihren Journalisten ungeschützt bleibt und die Unternehmen allein vom guten Willen des Weltkonzerns abhängen.“

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