FR: türkischer Bieter legt neues Angebot vor

Um die insolvente Frankfurter Rundschau könnte es nun doch noch ein Bieterrennen geben. Neben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll laut einem Bericht der taz der türkische Verleger Burak Akbay jetzt ein konkretes Angebot für die FR abgegeben haben. Laut einem Sprecher von Akbays Unternehmen Estetik Yayincilik sei ein “verbessertes und konkretes Angebot” bereits in der Post. Ein früheres Angebot Akbays hatte der Insolvenzverwalter der FR, Frank Schmitt, als unzureichend abgelehnt.

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Dass ein neues, nachgebessertes Angebot des türkischen Medienhauses kommt, war erwartet worden. Die Insolvenzverwaltung der Frankfurter Rundschau wollte am Dienstag ein solches Angebot aber weder bestätigen noch dementieren. Die taz zitiert einen Sprecher der Insolvenzverwaltung allerdings mit den Worten: “Wir würden das sehr begrüßen”.

Bisher galt der Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als einziger ernsthafter Interessent für eine Übernahme der insolventen Frankfurter Rundschau. Sollte der türkische Medienunternehmer Akbay nun tatsächlich ein konkretes Angebot für eine FR-Übernahme vorlegen, wäre das auch für die FAZ von Bedeutung. Die FAZ könnte die FR nämlich nur im Zuge einer so genannten Sanierungsfusion übernehmen. D.h. das Kartellamt würde einer solchen Übernahme nur zustimmen, wenn sich kein anderer ernsthafter Interessent findet. Steht mit Estetik Yayincilik aber ein weiterer Bieter bereit, sprächen kartellrechtliche Gründe gegen eine Übernahme durch die FAZ. Die Frankfurter Allgemeine wird genau wie die regionale Frankfurter Neue Presse von der Fazit Stiftung herausgegeben. Käme auch noch die FR dazu, erschienen alle drei Frankfurter Tageszeitungen unter einem Dach.

Angeblich will Estetik Yayincilik rund 80 Mitarbeiter im Verlag der Frankfurter Rundschau und 30 Mitarbeiter in der Druckerei übernehmen. Das wäre nicht viel. Derzeit hat der Verlag der FR samt Druckerei noch rund 500 Mitarbeiter. Estetik Yayincilik gibt in der Türkei seit 2007 die Tageszeitung Sözcü mit einer Auflage von nach eigenen Angaben 275.000 Exemplaren heraus. Dem Verleger Akbay werden Pläne nachgesagt, Sözcü auch nach Deutschland bringen zu wollen. Bis Ende Februar muss für die Frankfurter Rundschau eine Lösung gefunden werden – dann geht das Geld aus.

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