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Amazon kündigt nächstem Dienstleister

So langsam wacht Amazon in Sachen Krisen-Kommunikation und -Management auf. Neben dem Sicherheitsdienst feuerte der Web-Händler nun auch die Firma, die für die Unterbringung der in der Weihnachtszeit eingesetzten Zeitarbeiter verantwortlich war. Zuvor hatte die ARD-Reportage "Ausgeliefert" über schlechte Arbeitsbedingungen beim Internet-Kaufhaus berichtet. Keine einfache Situation für das Unternehmen, auch weil die Politik mittlerweile das Thema für sich entdeckt hat.

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"Es ist uns eindeutig nicht gelungen, die Einhaltung unserer hohen Standards auch durch den Dienstleister, der für Unterbringung, Transport und den Einsatz der Sicherheitskräfte verantwortlich war, zu gewährleisten", erklärte Amazon am späten Montagabend zur Kündigung der Dienstleister.

Die ARD-Reportage berichtet darüber, dass Amazon in Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit gezielt Leiharbeiter für das Weihnachtsgeschäft angeworben und in Ferienparks in der Nähe des Versandzentrums in Bad Hersfeld untergebracht hätte. Die Mitarbeiter sollen mit falschen Lohn- und Vertragsversprechen geködert worden sein. Den Dienstleistern, die sich um Unterbringung, Transport und Sicherheit der Leiharbeiter gekümmert hatten, wurde nun gekündigt.

Ein Fehlverhalten, das sich auf die eigenen Handlungen und nicht auf die von Dienstleistern bezieht, hat die US-Company allerdings noch nicht eingeräumt. Dafür ist sie mittlerweile ins Visier der Politik geraten. In der Welt am Sonntag kündigte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen eine Sonderprüfung der Arbeitsbedingungen an. Ihr NRW-Kollege Guntram Schneider will vor allem an der Bezahlung von Leiharbeitern ansetzten. "Es muss der Grundsatz gelten: gleiches Geld für gleiche Arbeit."

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