Amazon-Doku der ARD wird zum Web-Hit

Publishing Die ARD-Dokumentation “Ausgeliefert” über unmenschliche Arbeitsbedingungen beim Web-Händler Amazon wird zum absoluten Hit im Web. Laut Angaben der ARD wurde die Doku in der ARD-Mediathek bereits über 1,5 Mio. mal abgerufen - ein absoluter Rekord. In Fernsehen sahen am 13. Februar rund 2 Mio. Zuschauer die Reportage. Der Film hat eine breite Diskussion über die Arbeitsbedingungen bei Amazon ausgelöst. Der Online-Händler hat sich nach der Reportage von diversen Dienstleistern getrennt.

Werbeanzeige

Die 1,5 Mio. Online-Abrufe von “Ausgeliefert” sind dabei nicht unbedingt mit den 2,02 Mio. Zuschauern vergleichbar, die den Film am 13. Februar um 22.45 Uhr im TV gesehen haben. Laut einer ARD-Sprecherin wird die Doku im Durchschnitt im Web rund 12 Minuten lang angeschaut. Im TV dürften die Zuschauer im Schnitt länger drangeblieben sein. Zudem kann man annehmen, dass bei den 1,5 Mio. Online-Zuschauern der Anteil jüngerer Seher deutlich höher sein dürfte, als bei der TV-Ausstrahlung. Im TV schalteten 400.000 14- bis 49-Jährige die Doku ein.

1,5 Mio. Online-Abrufe für eine einzelne Doku in der ARD-Mediathek eine überaus bemerkenswerte Zahl. Vor kurzem schrieb der Journalist Daniel Bouhs auf seiner Facebook-Seite noch von 1,2 Mio. Abrufen. Die Zahl steigt also nach wie vor an. Dabei wird auch klar, dass eine Regelung, bei der Online-Abrufe in die Quotenmessung integriert werden, dringend notwendig wird. Die Amazon-Doku “Ausgeliefert” ist erst seit sechs Tagen im Web verfügbar. Insgesamt wird der Film zwölf Monate lang bei der ARD-Mediathek abrufbar sein. Dann muss die ARD laut Rundfunkstaatsvertrag den Film wieder entfernen.

Die Reportage hat im Netz und klassischen Medien eine breite Diskussion über die Arbeitsbedingungen bei Amazon ausgelöst. Der Online-Händler hat sich inzwischen von zwei im Film kritisierten Dienstleistern, einer Sicherheitsfirma und einer Firma, die für Unterbringung und Transport von Mitarbeitern zuständig war, getrennt.
Die Amazon-Doku "Ausgeliefert" in der ARD-Mediathek

Mehr zum Thema

Spiegel-Chef Büchner will Frauen fördern

Neue TV-Spielfilm-App setzt auf Paid Content

Spiegel: Büchner baut Chefredaktion um

Kommentare