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„Ein gigantischer Mario Barth-Witz“

Die große Aufregung blieb aus: Weder bei Twitter, noch bei Facebook und auch nicht in den Medienrezensionen kam es zum großen Sexismus-Aufschrei. Christian Ulmen startet am gestrigen Donnerstag "Who wants to fuck my girlfriend?". Bei Spiegel Online erinnert Matthias Matussek die Tele5-Show an einen "gigantischen Mario Barth-Witz". Auch die WAZ sieht keinen sexistischen Skandal, "sondern eine Sendung, deren satirisches Konzept nicht so recht aufgehen will."

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Matthias Matussek sah für Spiegel Online einen "merkwürdigen Zwitter aus launigem Spiel und böser Realsatire". Er schreibt: "Selten hat man Lustigeres gesehen. Hungrige, traurige, taxierende Blicke, von Alt und Jung und Schwarz und Gelb. Und die Blicke der begleitenden Frauen auf die vermeintlichen Konkurrentinnen – giftzischende Pfeile. Das Zwischenhirn übernimmt. Busen, tuut, Hintern, tutut, Konkurrenz, zisch! Wir sind also in einem gigantischen Mario-Barth-Witz gelandet. Wir müssen, deprimierend genug, erkennen: Männer sind so." 
Ingo Juknat schreibt für die WAZ: "Die kruden Anmachen ("Fänden Sie es erotisch, wenn ich jetzt meine Beine spreizen würde?") offenbarten die Hauptschwäche der Sendung – gerade im Vergleich zu älteren Ulmen-Shows. Seine eigenen Figuren sind absurd genug, um Fremdscham in Lacher zu verwandeln. Bei ‚Who wants to fuck my girlfriend?’ bleibt die peinliche Berührung, weil die jeweiligen Situationen zu realistisch sind." Sein Fazit: "Die Premiere zeigt: ‚Who wants to fuck my girlfriend?‘ ist kein sexistischer Skandal, sondern eine Sendung, deren satirisches Konzept nicht so recht aufgehen will."
Für die FAZ bilanziert Michael Hanfeld: "Die nächste Sexismus-Debatte fällt aus: Die Satire ‚Who wants to fuck my girlfriend?’‘ wird vor allem für Männer peinlich. Man(n) hält sie kaum aus." Weiter schreibt er: "Das ist unfassbar peinlich, grotesk unwitzig und trotz der Sendelänge von nur knapp einer halben Stunde bis kurz vor Mitternacht grandios langweilig." Fazit: "Das muss man nicht gesehen haben."
In der Mittelbayerischen Zeitung schreibt Kristina Hartung: "Die trashige Gameshow ist nicht so ‚goil‘ und skandalös, wie die Debatte im Vorfeld das Publikum vermuten ließ." Und weiter: "Klar strapaziert der Schauspieler, Produzent und Grimme-Preisträger Ulmen bei einer Show mit diesem Titel die Grenzen des guten Geschmacks – allerdings vor allem auf Kosten seines Alter Egos."
Bei stern.de ist unter dem Titel "Nicht mal sexistisch" zu lesen: "Wöllner nervt, als Figur und als Darstellung. Ulmen ist ein schlauer Kopf, aber kein besonders guter Schauspieler. Er überzieht den arglosen Trottel Wöllner dermaßen ins Chargenhafte, dass kein auch nur halbwegs glaubhafter Charakter dabei herauskommt." Autor Mark Stöhr weiter: "Wahrscheinlich ist selbst die Unwitzigkeit von Ulmen so gewollt, doch irgendwann ab der zweiten oder dritten Metaebene schießt sich ein Showkonzept selbst ins Knie."

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