Aliens pulverisieren arglosen Bild-Sprecher

Die Schlagzeile der Woche lieferte Papst Benedikt XVI. mit seinem Rücktritt, doch darum geht es im MEEDIA-Wochenrückblick eben nicht: Zur Sprache kommt statt dessen der PR-Pannen-Mann Peer Steinbrück, ein fieser Scherz des Bild-Bald-Heimkehrers Kai Diekmann und der von den Medien etwas arg strapazierte angebliche Keks-Diebstahl, der aber so was von inszeniert wirkt, dass sich die Initiatoren flugs outen und verkrümeln sollten. Und, ach ja: Der stern übt noch in Sachen Anti-Sexismus...

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Kaum hatte Edmund Stoiber in seiner Rolle als Ober-Mufti des Beirats der privaten Senderkette ProSiebenSat.1 deren Rampensau und Gelegenheits-Polittalker Stefan Raab als Moderator für ein Rede-Duell vor der Kanzlerwahl ins Gespräch gebracht, da zeigte Kandidat Peer Steinbrück Raab bereits die kalte Schulter und gab zu verstehen, dass er in dessen Gegenwart garantiert nicht auf Angela Merkel treffen werden. Kaum ein Tag verging nach dem harten Dementi, da folgte die Rolle rückwärts: Steinbrück sei nicht gänzlich abgeneigt und eigentlich sogar dafür, wenn die Kanzlerin ebenfalls Einverständnis signalisierte. Vermutlich hatte jemand dem SPD-Hoffnungsträger gesteckt, dass auch jüngere Wählerschichten aus der Raab-Zielgruppe für ihn interessant sein könnten. Das PR-Eigentor war da schon eingetütet und der Ruf als Problem-Peer mal wieder untermauert.
Als ausgemachter Profi in Sachen Selbst-Marketing gilt Kai Diekmann dagegen seit langem. In diesen Tagen teilt das Medienhaus Axel Springer mit, dass der Bild-Chef (für manche überraschend: dann immer noch als Bild-Chef) Ende Mai in die deutsche Hauptstadt zurückkehrt. Zuvor hatte dieser mit seinen Exil-Kollegen Peter Würtenberger und Oliver Sinner aber noch reichlich Verlags-Prominenz ins Silicon Valley geladen. Zugegen war dort auch Bild-Kommunikator Tobias Fröhlich. Ob dieser sich über den Scherz seines Chefs gefreut hat, ist nicht überliefert – Diekmann ließ ihn via App-Software von Aliens meucheln und fragte in die Web-Runde: "Wird ihn irgendjemand vermissen?"

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Als vermisst war in den vergangenen Woche auch das Firmen-Emblem des Plätzchen-Produzenten Leibniz gemeldet worden. Der angebliche Klau löste eine Lawine von Medienberichten aus und endete jüngst höchst unspektakulär mit dem Wiederauftauchen des Butterkeks-förmigen Messingschildes, flankiert von Bekennerschreiben des "Krümelmonsters". Als dann am Donnerstag noch vier uniform maskierte vermummte Gestalten zum "Exklusiv-Interview" bei RTL antraten, war die Schmerzgrenze für Medienprofis spätestens überschritten. MEEDIA geht das Getue nur noch auf den Keks. Deshalb der Appell an die Drahtzieher: Outet euch, ihr Social Media-Kampagnenheinis, und bereitet dem blöden Spuk endlich ein Ende!
Schluss sein soll auch mit der üblen Anmache von Frauen durch ewiggestrige Männer. Der stern hat mit einem kritischen Porträt des FDP-Spitzenmanns Rainer Brüderle eine Sexismus-Debatte im Land los gestolpert, pardon, getreten und das Thema dann gleich noch mal zur Titelgeschichte gemacht. Doch dass trotz edelstem Ansinnen auch dem Vorkämpfer für die Frauenrechte mal was Schlüpfriges durchrutschen kann, zeigte jetzt ein Blick auf das klickhungrige News-Portal stern.de. Aber urteilen Sie unten selbst, wir bei MEEDIA halten uns in dieser Debatte – selbstverständlich! – vornehm zurück. Hier das corpus delicti mit Dank an Kollegin Silke Burmester.

Schönes Wochenende!

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