TV-Talk: Spitzenpolitik bleibt bei Raab-Boykott

Noch immer nimmt die Spitzenpolitik Stefan Raab nicht ernst. Erst lehnt ihn Peer Steinbrück als Moderator für ein TV-Duell mit Angela Merkel ab. Dann haben die Top-Kräfte der Parteien noch keine Lust auf seine Talkshow. Dabei erreichte Raab mit der ersten Sendung Zielgruppen, die sich sonst so gar nicht für Politik interessieren. Am Sonntag steht die zweite Folge von „Absolute Mehrheit“ an. Bekannteste Teilnehmerin der reinen Frauenrunde ist diesmal die stellvertretende CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär.

Anzeige

Nach Informationen der Bild soll neben der Bayerin am kommenden Samstag Linda Teuteberg (FDP-Politikerin aus Brandenburg), die Bundestagsabgeordnete Katja Dörner (Grüne) und die Linken-Abgeordnete Yvonne Ploetz um das Preisgeld von 200.000 Euro diskutieren.

In der ersten Folge nahm unter anderen FDP-Mann Wolfgang Kubicki teil. Für weit mehr Aufmerksamkeit sorgte damals allerdings die Liste der Absagen. So lud die Redaktion erst den Grünen-Politiker Volker Beck aus, woraufhin auch der Bundesumweltminister Peter Altmaier sein Kommen absagte.

Die Regeln für den Polit-Talk sind einfach: Die Gäste diskutieren zu drei bis vier aktuellen Themen. Nach jeder Runde stimmen die Zuschauer via Telefon oder SMS ab, welcher Politiker mit seinen Argumenten am meisten überzeugt hat. Das Fiese dabei: Nach der zweiten Runde scheidet der Teilnehmer aus, der am wenigsten Stimmen bekommen hat. Reißt ein Politiker die Fünf-Prozent-Hürde, wird es besonders gemein: Dann muss er sitzen bleiben, darf aber nicht mehr mitreden. Die TV-Macher halten Schweigen für die wohl härteste Strafe, die einem Politiker zuteil werden kann.

Vor der ersten Sendung war die Skepsis vor dem Format noch sehr groß. Der Erfolg gab der Idee von Stefan Raab allerdings recht. Der Talk holte in der Zielgruppe eine Top-Quote. Bei den 14-49-Jährigen kam die Gesprächsrunde auf einen Marktanteil von 18,6 Prozent. Von solchen Werten können Will, Jauch & Co. nur träumen.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige