Anzeige

Tim Cook enttäuscht die Wall Street erneut

Anleger senken den Daumen: Tim Cook hat auf der "Technology and Internet Conference" von Goldman Sachs nichts Neues verkündet. Der Apple-CEO referierte über den Status Quo der aktuellen Geschäftsentwicklung, wollte sich dabei nicht in die Karten schauen lassen. Die Klage des Hedgefondsmanagers David Einhorn zur Bargeld-Verwendung schmetterte Cook als "lächerlichen Nebenschauplatz" ab. Hinweise auf zukünftige Produkte waren ebenfalls Fehlanzeige. Die Apple-Aktie kommt erneut unter die Räder.

Anzeige

Anleger senken den Daumen: Tim Cook hat auf der "Technology and Internet Conference" von Goldman Sachs nichts Neues verkündet. Der Apple-CEO referierte über den Status Quo der aktuellen Geschäftsentwicklung, wollte sich dabei nicht in die Karten schauen lassen. Die Klage des Hedgefondsmanagers David Einhorn zur Bargeld-Verwendung schmetterte Cook als "lächerlichen Nebenschauplatz" ab. Hinweise auf zukünftige Produkte waren ebenfalls Fehlanzeige. Die Apple-Aktie kommt erneut unter die Räder.

Alles wie erwartet: Apple-CEO Tim Cook hat auf der "Technology and Internet Conference" von Goldman Sachs die Asse im Ärmel gelassen. Der Apple-Chef beantwortete knapp eine Stunde die Fragen von Goldman Sachs-Staranalyst Bill Shope und machte dabei einen durchweg souveränen Eindruck.

Nur Neues entlocken lassen wollte sich Cook nicht. Zuhörer der Investoren-Konferenz bekamen Apples übliche PR-Suada zu hören: Man habe die "besten Produkte der Welt anzubieten" und man arbeite wirklich hart daran, noch bessere anzubieten. Es sei jeden Tag eine solche Freude, mit den überaus motivierten Apple-Mitarbeitern zu arbeiten. Und wenn er mal schlechten Tag habe, besuche Cook einfach einen Apple Store, und schon verbessert sich die Laune schlagartig. "Das ist so, als würde ich Prozac nehmen", erklärte Cook und erntete dafür den einzigen Lacher des Gesprächs.

Keine Produktandeutungen, "um nicht die Magie zu töten"

So viel zum üblichen PR-Part. Ein paar Einblicke ins laufende Geschäft gewährte Cook Anlegern und Analysten dann aber doch. Der Markt für das iPhone sei alles andere als saturiert, versuchte Cook die Sorgen von Anlegern zu zerstreuen, die nach den jüngsten Quartalszahlen aufgekommen waren. Der Nachfrage, ob Apple ein günstigeres iPhone für die Schwellenländer plane, ging Cook aber geschickt aus dem Wege.

Der Apple-Chef verwies auf die starke Nachfrage nach den aktuellen Modellen, öffnete Spekulationen dennoch aber einen Spalt weit die Tür: Man biete beim iPod inzwischen auch günstige Modelle an. Zu neuen Produkten habe er grundsätzlich nichts zu sagen, denn das töte "die Magie". In anderen Worten: Ein größeres bzw. anderes iPhone ist nicht vom Tisch.

Übernahme-Kandidaten haben "nicht den Test bestanden"

Gesprächsbereit zeigte sich Cook grundsätzlich auch, was die Verwendung der immensen Barreserven von inzwischen 137 Milliarden Dollar angehe. Großübernahmen würden durchaus bei Apple diskutiert werden, man finde jedoch keine geeignete Unternehmen, die zur DNA der Techpioniers passten.

"Die Unternehmen haben den Test nicht bestanden", erklärte Cook, warum Apple bisher keine Milliarden-Akquisitionen zu verkünden hatte. Die sechs kleineren Unternehmen, die Apple pro Jahr übernehme, würden kaum registriert werden, merkte der 52-Jährige an.

Cooks Auftritt vernichtet 10 Milliarden Dollar Börsenwert

Deutlichere Worte wählte Cook dagegen gleich zum Auftakt zu dem schwelenden Streit um die Verwendung der Barmittel, wegen der der Hedgefondsmanager David Einhorn vergangene Woche gegen Apple eine Klage angestrengt hatte. Man diskutierte Einhorns Position eingehend, erklärte der Apple-CEO.

Gleichzeitig machte Cook klar, was er vom Vorstoß des Hedgefondsmanagers hält. Das sei ein "alberner Nebenschauplatz". Überhaupt habe Apple zu seinen Barbeständen keinesfalls eine "depressionsähnliche Haltung". Man überdenke intensiv, wie man diese im Sinne der Aktionäre verwende. In anderen Worten: Eine Anhebung der Dividende, die von manchen Investoren gefordert wird, wäre in Zukunft weiter diskussionsfähig.  

Anleger hatten sich insgesamt von Cooks Auftritt bei Goldman Sachs aber deutlich mehr versprochen. Die Aktie verlor im Laufe der Konferenz gegen den Markttrend deutlich an Wert: Ein Minus von 10 Dollar binnen einer Stunde, das sich am Ende auf 12 Dollar ausweite – mehr als 10 Milliarden Dollar an Börsenwert wurden vernichtet.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige