Anzeige

Viral-Buzz: Papst-Rücktritt schlägt #aufschrei

Es war die Nachricht des Tages - und sie sorgte insbesondere in den sozialen Netzwerken für sehr viel Aufsehen, wilde Diskussionen und viel Spaß. Der Rücktritt des Papstes war das bisher größte Social-Media-Phänomen des Jahres 2013. Allein bei Twitter tauchte laut einer MEEDIA-Analyse mit Hilfe des Tools Topsy Pro rund 4 Mio. mal das Wort "Papst" in verschiedenen Sprachen in Tweets auf. In Deutschland sorgte der Rücktritt in den ersten 24 Stunden für mehr Buzz als der #aufschrei Ende Januar.

Anzeige

Mehr als 4 Millionen Tweets haben wir mit Hilfe des Social-Media-Analytics-Tools Topsy Pro in den ersten 24 Stunden nach der Ankündigung des Papst-Rücktritts gezählt. Dafür haben wie die Begriffe "Papst" und "#Papst" in den meistverbreiteten Sprachen der Welt überprüft. Mit großem Abstand am häufigsten wurde demnach auf spanisch und portugiesisch über den Papst-Rücktritt getwittert, dahinter folgen die Sprachen englisch, französisch, deutsch und russisch:

– papa und #papa (spanisch, portugiesisch): 2,42 Millionen Tweets, abzüglich ca. 250.000 sonstiger "Papa"-Tweets, die es an normalen Tagen gibt = 2,17 Millionen
– pope und #pope (englisch): 1,60 Millionen Tweets
– pape und #pape (französisch): 196.000 Tweets
– papst und #papst (deutsch): 61.000 Tweets
– nana und #nana (kyrillische Schreibweise / russisch): 22.000 Tweets

Die 61.000 deutschen Tweets zum Papst mögen dem einen oder anderen etwas wenig vorkommen, aber Twitter ist in Deutschland ganz einfach weiterhin nicht so populär wie in anderen Ländern. Zur besseren Einordnung: Im Zuge der Sexismus-Debatte kam das Wort "aufschrei", das über Tage die Medien geprägt hat und als größtes deutsches Twitter-Phänomen bezeichnet wurde, laut Topsy Pro in den ersten 24 Stunden auf rund 40.000 Tweets. Dieses Ergebnis hat der Papst-Rücktritt also locker getoppt. Dennoch: Den größten Social-Media-Hype der jüngeren Vergangenheit hat Benedikt XVI. nicht ausgelöst: Am Tag der Wiederwahl von Barack Obama Anfang November gab es mehr als 18 Mio. Tweets mit dem Wort "Obama".

Die populärsten Tweets zum Rücktritt waren weniger nachrichtlich, sondern vor allem humorvoll. So kam der Nutzer @sixthformpoet mit folgendem Tweet bis Dienstagmorgen auf mehr als 7.100 Retweets:

Ebenfalls unter den Top-5-Tweets: Comedian, Autor und Schauspieler Ricky Gervais mit mehr als 4.600 Retweets, sowie Autor Simon Pegg ("Shaun of the Dead") mit fast 4.000 Tweets:

Der mit Abstand erfolgreichste Tweet zum Thema stammt aber mit mehr als 13.000 Retweets von Gott selbst:

Auch im deutschsprachigen Raum waren Humor-Tweets besonders populär: So kam das NDR-Magazin extra3 auf immerhin 459 Retweets:

Und der Spiegel-Online-Redakteur Denis Krick erreichte 253 Retweets, obwohl ihm nur 271 Leute folgen:

Von dem großen Buzz in den sozialen Netzwerken profitierten auch die Nachrichten-Websites. So generierte Spiegel Online mit verschiedenen Artikeln zum Papst-Rücktritt mehr als 30.000 Likes, Shares und Kommentare bei Facebook, Links in Tweets und Klicks auf den +1-Button von Google. Der erfolgreichste Text aller deutschen Medien war dabei laut 10000 Flies der nachrichtliche Spiegel-Online-Text zum Rücktritt, dahinter folgt schon das Satire-Blog "Der Postillon" mit dem Artikel "Papst Benedikt XVI. tritt zurück, um mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu können".

Offenlegung: Der Autor dieses Textes ist auch Mitbetreiber der erwähnten Website 10000 Flies.

Anzeige

Alle Kommentare

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige