Verleger Akbay: FR soll am Leben bleiben

Wird die insolvente Frankfurter Rundschau doch noch gerettet? Im Tagesspiegel äußert sich der türkische Verleger Burak Akbay optimistisch über einen Kauf der Zeitung samt Druckhaus. Doch laut Aussage des "FR"-Insolvenzverwalters Frank Schmitt ist das Angebot des Instanbulers noch zu niedrig. Der Verleger zeigt sich im Interview verwundert über die Absage aus Frankfurt. Bis zum Ende des Monats hat Akbay nun Zeit, sein Angebot zu erhöhen. Derweil prüfen die Kartellwächter eine Übernahme durch die FAZ.

Anzeige

Laut dem Tagesspiegel soll sich Akbay bereits mit Brigitte Fehrle getroffen haben, die als Leiterin der DuMont-Redaktionsgemeinschaft den gemeinsamen Mantelteil von Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau verantwortet. Das Interesse am insolventen Verlag beschreibt der Tagesspiegel als rein zufällig. Eigentlich hätte Akbay ein Druckhaus für seine Zeitung Sözcü finden wollen, die er mit einer Auflage von 20.000 Exemplaren in Deutschland vertreiben wollte. Doch mittlerweile sei in ihm der Wunsch gewachsen, den Verlag zu retten.

“Die Rundschau ist eine tolle Marke, die lange am Markt ist und einen guten Stamm an Abonnenten hat”, sagt der Verleger. “Unser Ziel ist, dass die ,Rundschau‘ am Leben bleibt.” Dabei wirft Sonja Pohlman in ihrem Porträt die interessante Frage auf, wie die journalistische Grundhaltung mit der liberalen FR einhergehen soll. Die türkische Tageszeitung mit einer Auflage von 275.000 Exemplaren gilt als erzkonservativ und ultranationalistisch.

Über die Absage des Insolvenzverwalters zeigt sich Akbay derweil verwundert: „Ich bin zweimal in Deutschland gewesen, habe um die 20 Stunden mit den Anwälten gesprochen”, zitiert der Tagesspiegel den 42-Jährigen. “Wieso hat mir nicht dabei schon jemand gesagt, dass mein Angebot den Formalitäten nicht entspricht?“  Akbays Plan sieht vor, in der FR-Redaktion etwa 100 Stellen zu erhalten und damit die Zeitung weiter überregional und unabhängig erscheinen zu lassen. "Ich glaube nicht, dass die Frankfurter ein Kartell wollen", sagte er im Hinblick auf das ebenfalls bekannte Übernahme-Interesse der FAZ. In diesem Fall würden wohl nur etwa 30 Mitarbeiter ihren Job behalten können, war zu vernehmen. Derzeit prüft das Bundeskartellamt, ob eine Übernahme durch die FAZ legitim wäre.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige