Anzeige

Bundesliga: Oranje-Kicker bringen keine Likes

Jeder der 18 Bundesligisten hat eine Facebookseite. Einige erreichen siebenstellige Fanzahlen, andere nur eine kleine fünfstellige. Erfolg und Bekanntheit treiben Fans nicht nur im Stadion, sondern auch auf Facebook zu den jeweiligen Vereinen. Interessant ist der Blick auf die internationalen Fans: Ausländische Topspieler können Vereine in den betreffenden Ländern pushen –solang es keine Niederländer sind. Und so überrascht es es nicht, dass die Vereine auch Spieler verpflichten, um Vermarktungschancen in einigen Ländern zu steigern.

Anzeige
Anzeige

Nicht nur in der Bundesliga-Tabelle stehen die Bayern mit großem Abstand vor der Konkurrenz. Über sechs Millionen Fans hat der Rekordmeister. An dichtesten an diesen Wert kommt auch hier der amtierende Double-Sieger aus Dortmund mit etwa zwei Millionen Likes. Schalke vereint fast 650.000 Likes auf sich. Werder Bremen mit gut 440.000 Fans und der HSV mit beinah 400.000 Fan sind weitere große Marken. Allerdings: International gesehen ist das verschwindend gering: Manchester United hat über 30 Millionen Fans, Real Madrid sogar über 35 Millionen, und der FC Barcelona kommt sogar auf 40 Millionen Facebook-Fans. 
Diese großen Top-Clubs schaffen es aber anders als alle Bundesligisten nicht, den Großteil ihrer Fans aus dem eigenen Land zu beziehen. Genau genommen liegen die Likes aus Spanien bzw. England hier jeweils in etwa in der Größenordnung, in der auch Bayern München Fans in Deutschland hat: rund 1,5 Millionen. Top-Fanland ist bei Real, ManU und Barca hingegen Indonesien. Ohne jedoch nun Spekulationen über Fankauf anheizen zu wollen, sei lieber der Blick auf die Fans auf Deutschland geworfen, der wiederum hilft, die Zahlen der Bundesligisten besser einzuordnen: ManU hat gut 300.000 Fans aus Deutschland, Real – mit Khedira und Özil – fast 600.000 und Barca noch einmal etwa 80.000 mehr als der Konkurrent aus Madrid.
Dortmund in Polen beliebt
Zurück in die Bundesliga: Wie bereits erwähnt kommt bei allen Bundesligisten der überwiegende Teil der Fans aus Deutschland. Interessant sind die Länder, aus denen die Clubs ebenfalls viele Fans sammeln. In den Top 10-Ländern jedes Erstliga-Vereins sind die USA. Hier scheint es viele Bundesliga-Begeisterte zu geben und natürlich auch viele Facebook-Nutzer. Fast alle Vereine haben zudem in ihren Top 10 die Türkei und Italien. Einzig der HSV verfügt über eine gänzlich andere Fanstruktur. Immerhin fast 2500 Fans stammen hier aus Südkorea. Goalgetter Heung-Min Son sei Dank.
Das ist ein Phänomen, das man bei anderen Vereinen noch stärker beobachten kann, allen voran bei Borussia Dortmund. Über 210.000 Facebook-Fans des Vereins stammen aus Polen, dem Land aus dem die BVB-Stars und polnischen Nationalspieler Blaszczykowski, Piszczek und Lewandowski kommen. Die Zahl der türkischen Fans ist mit 100.000 ebenfalls sehr hoch. Ein möglicher Grund – neben dem bereits erwähnten ohnehin hohen Bundesliga-Interesse der Türken – könnte der langjährige BVB-Profi Nuri Sahin sein, der jüngst zu Dortmund zurückkehrte. Die fast 35.000 Fans aus Serbien dürften mit Verteidiger Neven Subotic zu tun haben.
Spitzen-Legionäre sorgen für Fanaufkommen
Erzrivale Schalke 04 hat ebenfalls eine Fanstruktur, die stark von Topspielern beeinflusst ist. Die zweitmeisten Fans nach Deutschland kommen hier aus Peru, der Heimat von Jefferson Farfán. Allerdings sind es hier nur 20.000 Fans. Immerhin grob 10.000 Nutzer kommen aus Spanien. Sie stellen damit die fünftgrößte Facebook-Fan-Gruppe bei den Schalkern. Wir erinnern uns: Bis zur vergangenen Saison spielte der spanische Superstar Raúl für den aktuellen Tabellen-Zehnten.
Auch bei Werder Bremen kommen die zweitmeisten Fans aus Peru. Hier könnte Claudio Pizarro, mittlerweile bei Bayern München, ein Grund sein. Stürmer Marko Arnautovic hingegen dürfte eine Rolle spielen, wenn es um die über 11.000 Fans aus Österreich geht, welche die drittgrößte Gruppe an Facebook-Fans bei den Bremern ausmachen.
Weitere Beispiele: Gladbach bezieht die drittmeisten Fans, etwa 2800, aus Venezuela, wo Edeltechniker Juan Arango herstammt. Die TSG Hoffenheim hat nur etwa 60.000 Facebook-Fans. Immerhin etwa 5000 davon sind jedoch aus Bosnien-Herzegowina. Der Topspieler der Sinsheimer: Sejad Salihovic – seines Zeichen Bürger Bosnien-Herzegowinas.
Vereine schielen nach Asien
Und Hannover 96 (etwa 190.000 Fans) bekommt über 4200 Fans und damit nach Deutschland die zweitmeisten aus den USA. Das ist wie erwähnt auch bei anderen der Fall, 96-Kapitän Steven Cherundolo dürfte dennoch etwas dazu beisteuern. Die drittmeisten Fans haben die Hannoveraner in Tunesien. Hierher stammen die Verteidiger Karim Haggui und Sofian Chahed aus dem Team von Trainer Mirco Slomka.
Heißt mit anderen Worten: Häufig bedeuten ausländische Topspieler nicht nur Erfolg auf dem Platz, sondern auch wachsendes Interesse am Club in den Ländern, aus denen die Spieler stammen. Auch das ist ein Grund, weshalb zuletzt viele Vereine nach Asien blicken und registrieren, dass sie mit Spielern aus Japan oder Korea ihre Vermarktungschancen in den Wachstumsmärkten steigern können. Vereine wie Bayern München haben in Asien sogar bereits Freundschaftspiele bestritten, um sich ins Gespräch zu bringen.
Glaubt man den Facebook-Zahlen, gibt es jedoch ein Land, dessen Spieler wenig Aufmerksamkeit auf einen Club lenken: die Niederlande. Schalke 04 mit Klaas-Jan Huntelaar und der Hamburger SV mit Rafael van der Vaart haben beide einen absoluten Superstar aus dem Nachbarland unter Vertrag. Dennoch kommen die Niederlande bei beiden Vereinen nicht in die Top-10 der Facebook-Fan-Stammländer. Zwar sind die Niederlande nicht groß, dafür aber für gewöhnlich fußballbegeistert. Mehr als knapp 1000 Fans (HSV) und 4500 Fans (Schalke) sollten hier eigentlich zusammen kommen.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*