Apple und die enttäuschten Investoren

Es ist schon ein Paradoxon: Das wertvollste Unternehmen der Welt gerät zunehmend bei seinen Anteilseignern unter Druck. Schuld daran ist die desaströse Börsenperformance der letzten Monate, die Apple offiziell zum Underperformer gemacht hat - seit Jahresbeginn, aber auch sogar schon im Jahresvergleich. Hedgefondsmanager David Einhorn verklagte Apple vergangenen Freitag bereits wegen des Umgangs mit den Bargeldreserven. Tim Cook muss sich heute auf der Investoren-Konferenz von Goldman Sachs rechtfertigen.

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Es ist schon ein Paradoxon: Das wertvollste Unternehmen der Welt gerät zunehmend bei seinen  Anteilseignern unter Druck. Schuld daran ist die desaströse Börsenperformance der letzten Monate, die Apple offiziell zum Underperformer gemacht hat – seit Jahresbeginn, aber auch sogar schon im Jahresvergleich. Hedgefondsmanager David Einhorn verklagte Apple vergangenen Freitag bereits wegen des Umgangs mit den Bargeldreserven. Tim Cook muss sich heute auf der Investoren-Konferenz von Goldman Sachs rechtfertigen.

10.000 Prozent Wertzuwachs sind nicht genug: Für fast ein Jahrzehnt war Apple ein Investment, mit dem man nichts falsch machen konnte. Bei tatsächlich 7 Dollar notierte die Aktie Anfang 2003. Unfassbare 700 Dollar wurden Ende September letzten Jahres für Anteilsscheine des iPhone-Herstellers gezahlt – die 1000 Dollar-Marke schien längst ausgemacht.

Vier Monate später ist die Apple-Aktie indes keine 500 Dollar mehr wert. Bis auf 435 Dollar stürzte der jahrelange Überflieger der Technologiebranche nach Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen ab – ein happiges Minus von über 40 Prozent. Selbst nach der moderaten Kurserholung der vergangenen Tage auf nunmehr 480 Dollar liegt Apple seit Januar, aber sogar im Jahresvergleich im Minus. Keine Frage: Aus der Apple-Aktie ist die Luft raus.

Hedgefondsmanager Einhorn knöpft sich Apple vor

Entsprechend unruhig scharen die Investoren nun mit den Hufen. Hedgefondsmanager David Einhorn, der immerhin 6 Millionen Apple-Aktien hält, knöpfte sich das Apple-Management vergangene Woche in einem öffentlichen Brandbrief vor. Einhorn beanstandete die klägliche Behandlung des immensen Bargeldanteils, der inzwischen auf 137 Milliarden Dollar angeschwollen ist. Seine Forderung: Die Ausgabe von dividendenstärkeren Vorzugsaktien.

Zur großen Überraschung erklärte das Apple-Management sich in einer öffentlichen Erklärung bereit, Einhorns Position zu überprüfen – ein erstaunliches Zeichen der Schwäche, das man unter der Ägide von Steve Jobs so wohl nicht gesehen hätte. Wie Eric Jackson in der Online-Ausgabe von Forbes aufdeckte, lag Apples Finanzchef Peter Oppenheimer Einhorns Anfrage bereits seit vergangenem Mai vor, ohne darauf reagiert zu haben – nun wurde Oppenheimer regelrecht vorgeführt.

Wie schlägt sich Tim Cook auf der Investorenkonferenz von Goldman Sachs?

Entsprechend muss sich CEO Tim Cook auf der heutigen Investorenkonferenz bei Goldman Sachs regelrecht beweisen. Es geht um viel: Anleger und Analysten warten auf ein Zeichen von Apple, das als vertrauensbildende Maßnahme verstanden werden könnte. Im vergangenen Jahr etwa deutete Cook eine Dividende an, die einen Monat später tatsächlich verkündet wurde.

Wiederholt sich die Geschichte heute in Form einer Anhebung? Leisten könnte es sich Apple angesichts der immensen Bargeldreserven allemal. Was könnte Cook noch ankündigen? Für neue Produkte dürfte die Investorenkonferenz der falsche Ort sein. Mehr als Andeutungen dürften vom Apple-CEO nicht zu erwarten sein.

Zusätzliche Spekulationen entfachte die Vorverlegung von Cooks Auftritt vor Analysten: Statt um 16.15 Uhr Ostküstenzeit wird der Apple-CEO nun schon um 10.15 Uhr seine Rede halten – also während der Handelszeit. Es soll Anleger geben, die sich entsprechend auf börsenrelevante Informationen einstellen…

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