Online-Strategie: FT verrät weitere Details

Diese Woche feiert die Financial Times ihren 125. Geburtstag. Seit ihrer Gründung hat sich viel getan. Das britische Traditionsblatt befindet sich derzeit in einen Umbruch. Chefredakteur Lionel Barber vollzieht einen Schwenk zu „online first“. Im Januar kündigte er bereits an, Ressourcen zugunsten des Digital-Geschäfts zu verschieben und beim Printprodukt sparen zu wollen. 35 Jobs fallen bei Print weg, 10 kommen im Digitalen hinzu. Nun werden weitere Details der Strategie bekannt.

Anzeige

Wie Eric Pfanner in der New York Times schreibt, nimmt die Financial Times im 125 Jahr ihres Bestehens mehr Geld mit Print- und Digital-Verkäufen ein, als mit Anzeigenerlösen. Rund 15 Prozent der neu abgeschlossenen Abonnements werden für mobile Geräte abgeschlossen, von denen bereits ein Viertel des Traffics ausgeht.
Auch deshalb hatte Barber im Januar in einer Mail an seine Mitarbeiter angekündigt: "Wir bewegen uns von einer Nachrichten-Wirtschaft zu einer Netzwerk-Wirtschaft". Es gehe darum sicherzustellen, "dass wir eine digitale Plattform zuerst bedienen und eine Tageszeitung als zweites". 1.6 Millionen Pfund sollen eingespart werden.
Wie nun zu lesen ist, werden dennoch auch neue Produkte auf den Markt gebracht werden. Passend zur Wochenend-Printausgabe soll bereits in kürze eine Wochenend-App erscheinen. Roy Greenslade schreibt im Guardian zudem, dass die Zeitung zudem "Fast FT" starten wird. Das Produkt soll darauf ausgelegt sein, "kurze, spitze, informierte Stücke zu hochaktuellen Markt-Nachrichten oder Entwicklungen auf dem Markt“ zu präsentieren, wie der Guardian schreibt.
Die Einsparungen im Printbereich treffen unter anderen die Titelseiten. Die internationale Ausgabe soll nun in den USA, Kontinentaleuropa und Asien die gleiche Titelseite haben, einzig die Ausgabe für das UK behält seine eigene Titelseite. Barber sagt dazu im Guardian, dass dies die amerikanischen Leser dies nicht verübeln werden, weil das Hauptkaufargument in den USA nicht die Inlandsnachrichten seien: "Die kaufen uns nicht aus diesem Grund."
"Nachrichten sind nun nicht die Tageszeitung, aber Printausgaben werden weiter einen Sinn für Zeitlosigkeit und Relevanz, sowie für Dringlichkeit brauchen", so Barber. Er fragt: "Warum können wir eine Seite nicht etwa 18 Stunden vorher fertig haben?" Sehr bald wolle er am Dienstag bereits fragen, was für Donnerstag vorbereitet sei. Mit Hilfe des internationalen Netzwerks soll die Financial Times frühzeitig mit exklusiven Themen aufwarten können – und so Ressourcen für das Internet freischaffen.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige