Time Warner liefert, News Corp. nicht

Der große Werbe-Boom im US-Fernsehen lässt die Kassen der amerikanischen Medienriesen klingeln. Time Warner als auch News Corp. konnten gestern Rekordgewinne vermelden – in beiden Fällen sind die TV-Töchter Wachstumstreiber. Die Reaktion an der Wall Street fiel unterdessen unterschiedlich aus. Während Time Warner zusätzlich zu den starken Zahlen eine Anhebung der Dividende und den Aktienrückkauf ankündigte, kassierte News Corp. die Jahresprognose – die Aktien laufen auseinander.

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Der große Werbe-Boom im US-Fernsehen lässt die Kassen der amerikanischen Medienriesen klingeln. Time Warner als auch News Corp. konnten gestern Rekordgewinne vermelden – in beiden Fällen sind die TV-Töchter Wachstumstreiber. Die Reaktion an der Wall Street fiel unterdessen unterschiedlich aus. Während Time Warner zusätzlich zu den starken Zahlen eine Anhebung der Dividende und den Aktienrückkauf ankündigte, kassierte News Corp. die Jahresprognose – die Aktien laufen auseinander.

Es ist die vielleicht meistunterschätzte Erfolgsstory der Medienbranche: Der TV-Industrie geht es so gut wie nie. Zumindest in den USA: Dank CNN und HBO konnte TimeWarner gestern für das abgelaufene Weihnachtsquartal einen Rekordgewinn verkünden. Das Konzernergebnis zog um 50 Prozent auf 1,16 Milliarden Dollar an – und das, obwohl die Umsätze bei 8,2 Milliarden Dollar stagnierten.

Kehrseite der Medaille indes: Die Film- und Verlagssparte hinkten der Geschäftsentwicklung hinterher – und das trotz Hollywood-Blockbustern wie "Der Hobbit" oder "Argo".  Auch das Verlagsgeschäft mit dem Time Magazine entwickelte sich rückläufig – Konzernchef Jeff Bewkes kündigte im Zuge seines Restrukturierungskurses sogar die Entlassung von 500 Mitarbeitern an.  

TimeWarner hebt Dividende an

Für gute Stimmung sorgte bei Anlegern dagegen die Ankündigung der Anhebung der Dividende um 11 Prozent und der Start eines neuen Aktienrückkaufprogramms über vier Milliarden Dollar. Die TimeWarner-Aktie zog daraufhin um vier Prozent an.

Um fünf Prozent in die entgegengesetzte Richtung entwickelte sich dagegen Konkurrent News Corp. Das Medienkonglomerat von Rupert Murdoch konnte dabei seine Aktionäre nur auf den ersten Blick ebenfalls zufriedenstellen. Wegen Sondereffekten in der Bilanz explodierte der Gewinn sogar auf 2,4 Milliarden Dollar – was mehr als einer Verdopplung entsprach. Die Umsätze zogen unterdessen um fünf Prozent an.

News Corp reduziert Ausblick

Als Wachstumstreiber trat auch bei News Corp. das boomende Fernsehgeschäft hervor, zu dem etwa Fox und inzwischen mehrheitsmäßig der Bezahlsender Sky Deutschland gehört. Auch die Verlagssparte mit dem Wall Street Journal legte wieder leicht zu. Das Filmgeschäft entwickelte sich dagegen trotz Kassenknüllern wie "The Life of Pi" wie bei TimeWarner rückläufig.

Zur eigentlichen Enttäuschung der Anleger geriet jedoch der defensivere Ausblick des US-Medienriesen. Wegen erwarteter Schwäche bei Fox sollen die Zuwächse nun nur noch im einstelligen Prozentbereich liegen. Im Laufe des Jahres will Medientycoon Rupert Murdoch seinen Konzern zudem in die Unterhaltungs- und Verlagssparte aufspalten.

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