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Lewandowski und die Twitter-Ente

Wechselt Robert Lewandowski vom Deutschen Meister Borussia Dortmund zum FC Bayern München? Dieses italienische Transfergerücht beschäftigte Fußball-Deutschland in den vergangenen Tagen. Von offizieller Seite war zunächst nichts zu hören, mittlerweile wird vorsichtig Dementiert. Aber woher stammte die heiße News wirklich? Eine Spur führt zu dem ironisch gemeinten Tweet eines Bayern-Bloggers. In einem 11-Freunde Interview meint der: Ein Smilie hätte das gesamte Gerücht vielleicht nie aufkommen lassen.

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Mit Transferspekulationen im Fußball verhält es sich, wie es sich nun mal immer  Gerüchten verhält: ihr Wahrheitsgehalt ist schwer zu überprüfen. Man kann sie glauben oder nicht, für glaubwürdig halten oder nicht. Und: Umso brisanter sie sind, umso höhere Wellen schießen sie. So auch im Fall Lewandowski. Das Gerücht machte am Dienstag schnell die Runde. Als erste Quelle wurde Sky Italia genannt. Das verlieh der Newst eine besondere Brisanz, denn erst vor kurzem hatten die Italiener den richtigen Riecher in Sachen Pep Guardiola, dem kommenden Bayern-Trainer.
Doch schnell kamen Zweifel auf. Der Grund: Ein Tweet des Bayern-Bloggers Oliver Schmidt alias "Breitnigge". Der hatte, genervt von den immer wieder auftauchenden Gerüchten um Lewandowski ironisch geschrieben:
Und schon wieder dieses #Lewandowski-Gerücht. Hat wenigstens #Skyitalia bestätigt?! #Pep #Willkommensgeschenk
Der Tweet wurde laut dem Sky-Mitarbeiter Pietro Nicolodi beim italienischen Pay-Sender zitiert. War das etwa der Ausgangspunkt für das heiße Wechselgerücht? In einem Interview mit 11Freunde sagt Schmidt: "Der entscheidende Punkt ist, dass der Tweet irgendwann als Beleg für das Gerücht verstanden wurde, und nicht wie er gemeint war: als lustige Untermalung für ein Gerücht, als Stimme aus Deutschland. Mein Tweet wurde dann vermutlich von einem italienischen User falsch interpretiert und nicht als Nebengeräusch, sondern als Ursache gewertet. Im Laufe des Dienstags hat sich diese Meldung auf Twitter verselbständigt, ganz so, als sei ich die verlässliche Quelle dieses Gerüchts."
Aber so ganz allein stand "Breitnigge" offenbar nicht. Von mehreren Nutzern mit der Natur des ironischen Tweets konfrontiert, schiebt Sky-Mann Nicolodi hinterher, Sky habe sehr wohl auch andere Quellen, allen voran Gianluca di Marzio, einem italienischen Transfer-Experten. Unterdessen griffen auch die deutschen Medien das Gerücht auf. Alle voran Bild und Spiegel Online geben an, eigene Quellen zu haben, die einen bevorstehenden Wechsel wahrscheinlich erscheinen lassen.
Borussia Dortmund bestreitet dies halbherzig, betont nur, dass der Verein dem Spieler bislang keine Freigabe für Verhandlungen gegeben habe. Das Gerücht habe keine Primärquelle und es sei einie "einzige Spekulationsblase" wird Manager Hans-Joachim Watzke zitiert. Und Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge soll gesagt haben, die "Art Gerüchteküche" komme "der Küchenschabe relativ nahe".
Je nach Interessenlage werden die verlässlichen oder die unverlässlichen Quellen zitiert und die Süddeutsche Zeitung spekuliert derweil sogar, Bayern, Dortmun oder das Lewandowski-Umfeld könnten das Gerücht bewusst gestreut haben und dieses sei womöglich etwas aus dem Ruder gelaufen. Nichts genaues weiß man nicht.
Blogger und Twitterer Oliver Schmidt jedenfalls hat seine Fünf Minuten Ruhm hinter sich. Sie brachten ihn etwa 200 neue Follower auf Twitter. Nun wartet er wie andere Fußball-Begeisterte auch, wie sich die Sache entwickelt: "Es ist alles wieder auf der normalen Ebene der Gerüchteküche, und ab morgen bin ich wieder ein unbeschriebens Blatt. Ich finde es jedenfalls nicht schlimm, als herauskam, dass ich damit gar nichts zu tun habe", sagt er im 11Freunde-Interview.

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